Wer jetzt in den 40ern oder 50ern seines Lebens ist, dem werden die Augen leuchten beim Gedanken an den Walkman. Der portable Kassettenplayer der japanischen Elektronikfirma Sony machte in den 80ern Teenager aus Kindern, Tänzer aus Sofahockern und begeisterte Sänger aus wenig musikalischen Menschen. Der Walkman war das „Signature-Piece“ der 80er und wurde unzählige Male kopiert.

Jetzt hat der Konzern seinen Kassenschlager wieder neu aufgelegt unter den schwurbelig-kryptischen Bezeichnungen WM1AM2 und WM1ZM2. Fans, die jetzt in freudiger Erwartung auf eine ordentliche Portion Nostalgie ihre alten Kassetten mit den Hits von Kate Bush, A Flock of Seagulls, ABC, Frankie Goes to Hollywood oder Duran Duran rauskramen, werden enttäuscht sein. Denn der Walkman hat überhaupt kein Kassettenfach, kostet dafür aber zwischen 1400 und 3600 Euro.

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So sah er aus, der Klassiker aus den 80ern, mit Kopfhörer und Kassettenfach.

Wozu also eine Neuauflage des Geräts? Eigentlich geht es wohl nur um den Namen, denn obwohl es immer noch tragbare Kassettenplayer gibt, ist der Begriff Walkman geschützt und darf nur von Sony verwendet werden, obwohl die Player in der Regel im allgemeinen Sprachgebrauch als Walkman bezeichnet werden.

Trotzdem ist die Neuauflage keine Mogelpackung, sondern wendet sich an ein recht audiophiles Publikum, das bereit ist, den Preis für den wirklich schmucken MP3-Player mit Aluminium- oder Kupferrahmen zu bezahlen, der Wi-Fi-kompatibel ist und laut Hersteller ein „High-Resolution-Klangerlebnis“ verspricht.

Kassettenfans müssen sich aber wohl nicht mehr allzu lange gedulden, denn wie auch bei der totgesagten Schallplatte wird es wohl auch für die Bänder irgendwann ein echtes Revival geben und dann vielleicht auch eine Neuauflage des Walkmans aus den 80ern. Halten Sie schon mal den Bleistift bereit, mit dem man immer den Bandsalat beheben konnte.