Berlin/Herzogenaurach - Man kann wirklich nicht behaupten, dass Adidas sich nicht um seine hauptstädtischen Kundinnen und Kunden sorge. 2018 erst brachte der Sportriese einen BVG-Sneaker heraus, verziert mit jenem camouflage-artigen Bahnsitz-Muster, das nur Berlinbesuchern in den Augen schmerzt – bei echten Berlinbewohnern allerdings wohlig-warme Heimatgefühle erzeugt. Drei Jahre später sind aber selbst die schönsten Öffi-Schuhe ausgelatscht. Also umschließt Adidas die Hauptstadt-Füße nun mit einer anderen Ikone. Zugegebenermaßen sieht der „ZX 8000 Union Berlin“ kaum anders aus als die anderen Retro-Treter der ZX-Linie. Konzeptionell gesehen aber zeigt sich die limitierte Edition dann doch noch ziemlich ausgefeilt.

Adidas
Dürfen auch Fußballmuffel tragen: Die limitierte Edition sieht einfach aus wie ein guter Retro-Schuh.

Klar, die Gestaltung in den rot-weiß-gelben Vereinsfarben ist quasi Pflicht. Die grünen Details als Hinweis auf das Stadion An der Alten Försterei kann man sich auch noch leicht hinzudenken. Dass aber die „Lace-Jewels“ – die wendbaren Metallplättchen, die sich mit Adidas-Logo auf der einen und Unions-Logo auf der anderen Seite in die Schnürsenkel einfädeln lassen – „aus echtem, in Südost-Berlin geschmiedetem Eisen“ bestehen, wie die Marke meldet, ist doch mindestens eine charmante Anekdote. Ein reflektierender Unions-Schriftzug am Absatz, ein Logo auf der roten Zunge, eine Limitierung auf 1966 Stück, was zahlenmäßig dem Gründungsjahr des Vereins entspricht – das dürfte Fußballfans gefallen.

Nicht zufällig kostet der Adidas-Sneaker 125,55 Euro

In den nächsten Adidas-Store brauchen Interessenten – womöglich in den ausgelatschten BVG-Sneakern – trotzdem nicht zu rennen. Bis Dienstag, 20. April, sollen sie sich stattdessen über die Adidas-App für den Drop anmelden. Am Mittwoch folgt dann die Verlosung und Benachrichtigung der 1966 Gewinner. Ob man den „ZX 8000 Union Berlin“ auch tragen darf, wenn man gar nichts mit Fußball am Hut hat, oder normalerweise sogar – Schockschwerenot – die andere, blau-weiße Berliner Mannschaft anfeuert? Ist wohl eine Frage des eigenen Gewissens. Eine Frage des Portemonnaies ist’s jedenfalls nicht: Mit einem Preis von 125,55 Euro zeigt sich die limitierte Edition durchaus erschwinglich.

Union-Fans haben's natürlich gleich gemerkt – der Preis entspricht der Postleitzahl des Stadions An der Alten Försterei. So viel Detail muss wahrscheinlich sein. Und apropos Preis: Der Unions-Schuh kann durchaus als Wertanlage betrachtet werden. Der BVG-Sneaker hat seinerzeit auf Ebay ja auch 4370 Euro gebracht.

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Für Edition Nr. 3 konnten wir Christoph Biermann als Autor gewinnen. Der renommierte Journalist gibt Antwort auf die Frage: Wer sind die eigentlich, diese Unioner? Und wir haben mit Kapitän Christopher Trimmel konferiert, der uns auch Einblicke in sein Privatleben gewährte.