Palma - Die Hochsaison im liebsten Urlaubsparadies der Deutschen hat noch gar nicht richtig begonnen, da platzt Mallorca schon aus allen Nähten.

Diesen Sommer werden noch mehr Urlauber auf der Mittelmeerinsel erwartet als im Rekordjahr 2016. Und Behörden wie Einheimische haben große Not, den Strom der Sonnenhungrigen zu bewältigen.

Protest gegen Massentourismus

Graffiti gegen die Ferienvermietung prangen an Häuserwänden in Palma, mit Rollkoffern und Sandalen als Urlauber verkleidet protestierten jüngst 200 Einheimische gegen den Massentourismus, riefen dazu: „Wir sind die Fremden in unserem eigenen Haus“.

Die eigentlich als ausgesprochen urlauberfreundlich geltenden Mallorquiner begehren mehr und mehr gegen den gigantischen Andrang auf.

Denn aus dem Segen des Tourismus ist für viele Einheimische längst ein Fluch geworden.

„Wir können die hohen Mieten nicht mehr zahlen, Wohnungen werden illegal an Touristen vermietet“, beklagt eine Demonstrantin. Die Straßen seien oftmals wegen der vielen Mietwagen überlastet, Innenstädte überfüllt.

Rekord soll übertroffen werden

Weil es im Gegensatz zu anderen Urlaubsregionen in Zeiten des Terrors als sicher gilt, wurde Mallorca schon im vergangenen Jahr von Touristen geradezu überrollt. Im August 2016 etwa waren 1,5 Millionen Menschen auf der Insel – doppelt so viele wie dort gemeldet sind. Im bevorstehenden Sommer soll der Rekord noch mal übertroffen werden.

„Wir sind hart an der Grenze“, gibt auch Alexa Wilms vom Tourismusministerium Balearen zu bedenken. „Wir sind eine Insel, das Territorium ist begrenzt. Umso wichtiger ist es, dass man ein gesundes Gleichgewicht beibehält – auch im Interesse des Urlaubers selbst.“

Neues Tourismusgesetz geplant

Ein neues Tourismusgesetz soll die Insel nun vor dem Kollaps retten. Im Entwurf vorgesehen ist etwa, die Vermietung von Privatwohnungen an Urlauber streng zu regulieren. Die Gesamtbettenzahl für Touristen auf der Insel soll ebenfalls begrenzt werden.

Und: Der Zugang zu einigen der überlaufenen Touristen-Attraktionen und Naturschutzgebieten wird für Autos gesperrt. Allerdings erst im Sommer 2018.