Schwerin - Sie sehen beeindruckend aus, können aber große Schmerzen auslösen: Feuerquallen. Jetzt sind die Meerestiere zu Zehntausenden an den Stränden Mecklenburgs aufgetaucht, wie die Ostsee-Zeitung berichtet. Mehr als 90 Menschen wurden demnach in den vergangenen Tagen in der Ostsee durch die wirbellosen Tiere verletzt.

Grund sei der Ost- und Nordostwind, der die in der Ostsee heimischen Feuerquallen an die Küste befördert habe. Normalerweise hielten sich die wirbellosen Tiere wegen der niedrigeren Temperaturen in der Tiefe des Meeres auf.

Ein Badender erlitt einen allergischen Schock

Allein im Badeort Heiligendamm kamen dem Bericht zufolge 90 Menschen mit giftigen Feuerquallen in Berührung. Nachdem ein Badender  am Strand des Badeorts Graal-Müritz mit den Tentakeln einer Feuerqualle in Kontakt gekommen war, erlitt er einen allergischen Schock  und musste von einem Notarzt versorgt werden.

Bei Berührung  platzen die Nesselkapseln auf den oft meterlangen Tentakeln der Qualle und sondern ihr Gift ab. Dies ist für die Betroffenen zwar extrem schmerzhaft, in der Regel aber ungefährlich. So können nach Angaben des Gesundheitsamts von Mecklenburg-Vorpommern lokale Rötungen oder Blasen auf der Haut entstehen. Gegebenenfalls könnten auch Übelkeit, Erbrechen, leichtes Fieber und Kreislaufstörungen auftreten. Im schlimmsten Fall komme es zu Organversagen.

Betroffene Stellen mit Salzwasser abspülen

Das Gesundheitsamt von Mecklenburg-Vorpommern empfiehlt unter anderem, die betroffenen Stellen mit Salzwasser – nicht mit Leitungswasser – abzuspülen. Danach solle man trockenen Sand auf die Haut streuen und diesen nach Antrocknen vorsichtig abschaben, etwa mit einer Kreditkarte. Zur Linderung der Schmerzen könnten die Hautpartien zusätzlich gekühlt werden.

Kommt es zu großflächigen Ausschlägen oder Kreislaufbeschwerden, sollten Betroffene jedoch unbedingt einen Arzt aufsuchen. Bei Quallengefahr rät das Gesundheitsamt vom Baden im Meer ab.

Manche Badeorte geben Entwarnung

Manche Badeorte an der Ostsee geben bereits Entwarnung: In Warnemünde wurden dem Bericht zufolge am Montag keine Feuerquallen mehr gesichtet. An der Küste vor Boltenhagen und vor Timmendorf auf Poel ließen sich die Medusen demnach bislang gar nicht blicken. (rer)