Bei Schülern sind Wanderungen oft noch unbeliebt, doch für viele Erwachsene liegt Wandern im Trend. Die stundenlangen Märsche durch Wälder und Felder, über Mittelgebirge und Almwiesen haben ganz unterschiedliche Anhänger. Eine Typologie ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Durchschnittswanderer

Nach der Studie „Der deutsche Wandermarkt 2014“ sind Wanderreisende im Schnitt 52 Jahre alt. Sie wollen die Natur erleben und aktiv etwas für die Gesundheit tun. Gleich dahinter nennt der Durchschnittswanderer nach innen gerichtete Motive wie Stressabbau und Selbstbesinnung. Bevorzugte Ziele sind Bayern und der Schwarzwald.

Retro-Wanderer

Älter und meist männlichen Geschlechts. In ledernen Knickerbockerhosen und kariertem Hemd eilt er forschen Schrittes durch den Wald und erklimmt jede Höhe. Lautlos schließt er von hinten auf, nur gelegentlich verrät ihn das Klackern eines alten Spazierstocks mit feinsäuberlich aufgenagelten Blechschildchen daran.

Pilgerwanderer

Er wandert bevorzugt auf dem Jakobsweg zum nordwestspanischen Wallfahrtsort Santiago de Compostela, meist nur in Teilstrecken. Vorbild ist für manche der TV-Entertainer Hape Kerkeling, der über seine Erfahrungen ein Buch geschrieben hat, das gerade verfilmt wird („Ich bin dann mal weg“). Und entlang buddhistischer Zentren in Europa geht es auf dem 6000 Kilometer langen Jizoweg.

Gruppenwanderer

Meist nicht leistungsorientiert. Singend und plaudernd vertreibt sich dieser Wanderer in der Gruppe die Zeit - und oft auch alle Tiere in der Umgebung. Ziel ist ein lange zuvor reservierter Tisch in einer Waldschänke nicht weit vom Parkplatz.

Extremwanderer

Vorbild für diesen Typ könnte Ex-Musiker und Extremsportler Joey Kelly sein. Er hat Deutschland in knapp 18 Tagen durchquert - zu Fuß. Ein anderes Beispiel für den Extremwanderer ist „Brocken-Benno“, wie sich der 82-jährige Benno Schmidt aus Wernigerode nennt. Er hat den Brocken, Norddeutschlands höchsten Berg, bislang mehr als 7300 Mal erklommen.

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