Vertreibt die Sorgenspirale im Kopf: Körperöle und Raumdüfte der „Awareness“-Serie von Ryoko.
Foto: Ryoko/Daniel Kula

Berlin-NeuköllnEs ist wenig verwunderlich, dass eins der derzeit gefragtesten Ryoko-Produkte den Namen „Good-bye Stress“ trägt. Ein botanisches Massage-Öl, dessen Duft und Inhaltsstoffe entspannen und beruhigen sollen. Obwohl wie gemacht für diese unsteten Zeiten, ist einer seiner Hauptwirkstoffe alles andere als News: Komenuka (Reiskleie) wird in Japan seit Jahrhunderten zum Fermentieren von Lebensmitteln verwendet, aber auch für Schönheitsrituale. „Komenuka-Öl ist reich an Vitamin E und B, Enzymen und Antioxidantien. Es hydriert die Haut und hilft ihr beim Regenerieren“, erklärt Ryoko Hori, die das Öl für Massagen und Gesichtsbehandlungen einsetzt.

Seit fünf Jahren ist der Salon, den sie zusammen mit ihrem Geschäftspartner Daniel Kula betreibt, ein Ruhepol im aufgeregten Neukölln. Helle Räumlichkeiten mit absichtlich roh belassenen Wänden und schlichtem Holzmobiliar, wo neben Horis Anwendungen auch Zen-Meditationen, Workshops in Pflanzenheilkunde oder (ab Herbst) Teezeremonien angeboten werden. „Das alles ist wie von selbst um Ryokos Therapien gewachsen“, sagt Daniel Kula. „Wir hatten keinen Businessplan, wir haben dieses Baby einzig mit viel Fleiß und Empathie großgezogen. Um mit anderen zu teilen, woran wir selbst glauben.“

Öle zur Aromatherapie: In der Boutique kann man selbst erschnuppern, welche Essenzen einem zusagen. 
Foto: Ryoko/Daniel Kula

Gefunden haben sich die Gleichgesinnten über einige Umwege. Kula war lange als Kameramann tätig, Hori ist studierte Modedesignerin und arbeitete für Issey Miyake, bevor sie 2009 mit ihrer Ausbildung in verschiedenen Heilpraktiken begann, was sie von Japan über Australien, Frankreich und Indien schließlich 2013 nach Berlin brachte. Aus dem Kennenlernen der beiden entstand schnell der Wunsch, ihre Interessen und Talente an einem Ort zu bündeln.

Ein Salbei-Smudge, getaucht in das flüssige, rote Harz des Drachenblutbaums, einer Palmenart aus Südostasien. Nach dem Anzünden entfaltet das Räucherwerk die wohltuende Wirkung beider Pflanzen.
Foto: Ryoko/Daniel Kula

Horis Könnerschaft bei Shiatsu, Reflexzonen- oder pränataler Massage und ihre Aromatherapie-Behandlungen blieben nach der Eröffnung des Salons nicht lange ein Geheimnis. Noch immer muss man sie weit im Voraus buchen. Zum Glück findet man im Verkaufsraum davor ein wenig Ausgleich für zu Hause. Neben der eigenen, 100 Prozent natürlichen Pflegelinie aus Badesalzen, Ölen und Balms, Eau de Parfums und Raumdüften, die in Berlin hergestellt werden, gibt es auch „seelenvolle Objekte“, wie das Paar sie nennt, aus der Ferne zu entdecken.

Dazu zählen etwa Utensilien für Smudging, das traditionelle Räuchern mit Salbei, Süßgras und Zedernholz, aber auch japanische Haarkämme aus Tsubaki (Kamelien)-Holz, Keramik von Shiho Takada und zarte Porzellanflakons von Yasuhiro Cúze, der sein Atelier in Britz hat. Und falls man sich vorstellen kann, seine Teeschale selbst herzustellen: Im September veranstalten Hori und Kula zusammen mit der Künstlerin Marie-Annick Le Blanc einen zweitägigen Raku-Keramikworkshop in Brandenburg.

Auf die richtige Mischung kommt es an: Namensgeberin Ryoko Hori und ihr Geschäftspartner Daniel Kula. 
Foto: Ryoko/Silvia Conde

„Leute aus der ganzen Welt kommen bei uns zusammen und wir lernen dabei selbst so viel“, sagt Daniel Kula, der sich keinen besseren Ort als Berlin als ihre Basis vorstellen kann. „Berlin ist wie ein wildes Kind, das alles Mögliche ausprobiert und so langsam immer erwachsener wird, das gefällt uns. Die Stadt ist liberal, modern und offen. Und es bedeutet uns alles, dass das, was wir lieben, hier auf- und angenommen wird.“

Ryoko Senses Salon, Friedelstraße 11, 12047 Berlin-Neukölln, ryoko-berlin.com, mail@ryoko-berlin.com


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