Was bringt uns durch die kalten Tage und die Krise? Natürlich Pasta!

Pasta ist beliebt, aber sündig. Und das ist doch irgendwie aufregend. Und so haben wir natürlich ein fantastisches Rezept für Sie vorbereitet.

Wer hat hier schnöde „Nudeln“ gerufen? Dies ist Pasta in all ihren köstlichen Formen, von Riccioli bis Spaghetti.
Wer hat hier schnöde „Nudeln“ gerufen? Dies ist Pasta in all ihren köstlichen Formen, von Riccioli bis Spaghetti.Imago Images

Die True Italian Pasta Week Berlin vom 14. bis 20. November neigt sich dem Ende zu, und wir hoffen, viele von Ihnen haben es geschafft, ausreichend von den sündigen Kohlenhydratebomben zu essen. Kohlenhydratebomben?

Ja, es ist schade, denn im Dschungel der gegenwärtigen Ernährungsphilosophien bekommen es Kohlenhydrate besonders dicke ab. Pasta ist beliebt, aber sündig, das ist doch irgendwie aufregend. Vergessen wir also einmal Ernährungstrends und akzeptieren einfach, dass „gesunde Ernährung“ etwas Relatives ist. Man muss ja nicht immer eine Flasche Barolo zur Bolognese trinken. Kann man, muss man aber nicht.

„Eat Spaghetti to forgetti your regretti“

Im Hinblick auf den anrollenden Winter sollten wir uns vielleicht sowieso alle etwas Winterspeck anfuttern, nicht wahr? Sie müssen ja nicht gleich ein Pasta-Guerilla werden und ein T-Shirt mit der Aufschrift „Eat Spaghetti to forgetti your regretti“ anziehen. Nein, es reicht ja vollkommen aus, wenn Sie gelegentlich eine gute Pasta kochen. Oder mal selber Pasta machen. Das ist interaktiv, und spätestens seit der wohl berühmtesten Pasta-Kuss-Szene der Filmgeschichte, nämlich dem Spaghetti-Kuss aus „Susi und Strolch“, wissen wir doch alle, dass Pasta gleich „bella notte“ bedeutet. Von „bella figura“ hat hier ja nie jemand gesprochen. Neueste Studien und die ernährungsphysiologische Sicht von Diätikern hin oder her: Pasta ist ein historisches Kulturgut und auch heute noch en vogue.

Die Sortenvielfalt ist dabei nahezu unerschöpflich, alles was die Geometrie hergibt, findet man vor. Hinzu kommen zahlreiche Saucen und Zubereitungsmethoden. Der Pasta-Baukasten ist gewaltig. Maccheroni, Pappardelle, Fussili, Penne, Rigatoni, Tortellini und Tortelloni, Spaghetti und Linguine, Ravioli, Panzerotti, Strozzapreti, Fregola und so weiter.

All das klingt doch schon nach Dolce Vita. Es soll an die 600 Formen geben, und dann kommen neben Hartweizen noch Nudeln aus Dinkel, Weichweizen, Buchweizen und teilweise Mais und Hülsenfrüchten dazu. Weiter geht’s mit All‘ Arrabiata, al Burro, Marinara, Carbonara, Funghi, Puttanesca, alla Panna, Amatriciana, Tonno, Vongole, und auch hier, also bei den Saucen, gibt es viele, viele, viele mehr. Jede der 20 Regionen Italiens hat ihre Pastaspezialität und nahezu jedes Dorf hat eine Abwandlung davon. Man könnte glatt von Pastadiversität sprechen. Es war die Pasta, welche die Italiener durch die schlimmsten Zeiten brachte, und sie hat dem Land auch Wohlstand eingebracht. Pasta ist einer der Exportschlager Italiens, und noch heute wird sie fleißig in Italien produziert, das lassen sich die Italiener nicht wegnehmen. Basta!

Heute gibt es von mir ein Rezept, um einen Pastateig herzustellen. Mit dem Teig lassen sich eine ganze Menge Pastasorten machen, Sie entscheiden. Ich werde daraus Pappardelle machen, also so etwas wie breite Bandnudeln.

Grundrezept für einen Pastateig (für 4 Personen):

250g Semola di grano duro (Hartweizenmehl, beispielsweise von DeCecco, Mulino Marino oder Caputo)

3 Eier (M)

1 TL Olivenöl

Etwas Mehl zum Ausrollen

Das ist ein ziemlich simples Rezept. Die Krux ist, es zu schaffen, dass die Pasta nicht zu feucht und nicht zu trocken wird. Ansonsten ist die Qualität des Mehls wichtig. Wie bereits oben geschrieben: Greifen Sie zu Hartweizenmehl. Es ist gelblich wie Gries, aber fein wie Mehl.

Anfänglich muss nun erstmal ordentlich geknetet werden. Solange, bis der Teig richtig geschmeidig ist. Anschließend mindestens 30 Minuten ruhen lassen. So bildet sich das Gluten aus und der Teig entspannt sich. Zum Ausrollen empfehle ich eine Nudelmaschine, es gibt durchaus gute Qualitäten zu erschwinglichen Preisen. Wer sich die Mühe machen möchte, kann das Nudelholz oder stilecht einen Mattarello benutzen. Online finden Sie unzählige Videos, wie man schöne Pasta macht, das ist ein großer Spaß für die Familie oder WG. Schauen Sie doch mal bei dem YouTube-Kanal Pasta Grannies, ob Sie etwas finden, was Ihnen gefällt.

Da gerade Pilzzeit ist, gibt es meine Pappardelle mit Porcini, Steinpilzen also. Angebraten mit Knoblauch und fein gehackter Petersilie. Dafür braucht es kein Rezept. Welche Soße Sie zubereiten, müssen Sie selber entscheiden.