Sonne, Meer, Sacher-Torte, skandinavische Männer: Es gibt viele Gründe für eine Weltreise. Marianna Hillmer, die das Blog Weltenbummler Mag schreibt, hat in ihrem kürzlich erschienen Buch ganze „111 Gründe, um die Welt zu reisen“ zusammengetragen. Wir haben uns die kuriosesten herrausgepickt:

Weil man sich in Indien von Wunderheilern kurieren lassen kann

Wie überwindet man in Indien eine schwere Übelkeit? Ganz einfach, man geht zu einem Wunderheiler. In Udaipur erklärt ein indischer Guru Marianna Hillmer, ihre Organe seien nicht im Gleichgewicht. Das erkenne er an ihren ungleich langen großen Zehen. „Wie therapiert man so was? Einfach kräftig an den großen Zehen ziehen, bis sie wieder gleich lang sind. Schwups, sind die Organe wieder zurechtgerückt“, schreibt die Autorin. Die Übelkeit war allerdings nur für ein paar Minuten verschwunden, räumt Hillmer ein.

Weil man in den Niederlanden mit Engeln telefonieren kann

Im niederländischen 's-Hertogenbusch kann man mit Engeln telefonieren. „Auf der rechten Seite der St. Johannes-Kathedrale im Stadtzentrum befindet sich die direkte Durchwahl und eine telefonierende Engelsstatue.“, schreibt die Reisebloggerin. „Für kurze Anliegen geht auch ein Tweet an @ut-engelke.“

Weil allein das Klo eine Reise nach Japan wert ist

In Japan zur Toilette zu gehen, kommt Hillmer zufolge einem echten Reise-Erlebnis gleich. „Es lassen sich zum Beispiel Wasserdruck, Wassertemperatur, anale und vaginale Reinigung, Föhnwind zum Trocknen, die Geräuschsprinzessin und die Aufstehhilfe nutzen“, schreibt Hillmer . Bei der „Geräuschsprinzessin“ handelt es sich um eine Funktion, die die Spülung imitiert, damit man bloß keine Körpergeräusche aus der Kabine hört.  Der Hintergrund: „Früher sollen japanische Frauen, um präventiv mögliche Geräusche zu übertönen, ständig die Klospülung gedrückt gehalten haben, was einen massiven Wasserverbrauch zur Folge hatte.“

Weil diese Insel jedes Jahr die lesbische Liebe feiert

Die Dichterin Sappho, die im 7. Jahrhundert vor Christus auf Lesbos lebte, hat das Image der griechischen Insel geprägt. In ihrer Dichtung geht es oft um die Liebe zu Frauen. „Aus diesem Grunde leitet sich das Wort 'lesbisch' im Sinne von weiblicher Homosexualität vom Namen der Insel Lesbos ab. “ Die „Insel der Frauenliebe“ sei deswegen ein beliebtes Ziel bei lesbischen Frauen, so Hillmer. Umso mehr weil in Eresos einmal im Jahr ein Festival zur Feier der lesbischen Liebe stattfindet.

Weil es auf Island Sommerschnee gibt

In Island gibt es nur zwei Jahreszeiten: Sommer und Winter. „Der Sommerbeginn ist ein offizieller Feiertag und fällt immer auf den Donnerstag nach dem 19. April.“ Hillmer fliegt hin, um den isländischen Sommer zu begrüßen und landet bei „sommerlichen null Grad“. Und dann? „Es fällt Schnee. Einen Tag nach Sommeranfang. Die Isländer nennen es Sommerschnee.“

Weil es einen Schleichweg in den Vatikan gibt

Was gibt es Reizvolleres als das Verbotene? Das dachte sich auch Marianna Hillmer und versuchte, in das Innere von Vatikanstadt zu gelangen. Der uneingeschränkte Zugang werde nur Angestellten, Staatsbürgern und Gästen des Kirchenstaates gewährt. Aber: Hillmer hat einen Geheimtipp bekommen: „Ich möchte zum deutschen Friedhof“, erklärt sie dem Schweizer Gardisten – und darf passieren. Der Grund: Deutsche müssen den „Campo Santo Teutonico“ erreichen dürfen. Weiter ins Innere des Heiligen Staates wagt sich die Reisebloggerin dann aber doch nicht.

Weil die Pyramiden von Aliens erbaut wurden

Naja, dass die Pyramiden von Gizeh von Aliens erbaut worden, ist eine These der sehr umstrittenen „Prä-Astronautik“, räumt Hillmer ein. Allerdings bleibt es trotzdem ein Rätsel, wie sie errichtet wurden: „Wenn man in der glühenden Sonne vor diesen monumentalen Steinbauten in der Wüste steht, scheint es tatsächlich unmöglich, dass vor über 4500 Jahren ohne moderne Technik, mit reiner Manneskraft diese Bauwerke entstanden sein sollen.“ (rer)

Hillmer, Marianna: 111 Gründe, um die Welt zur reisen. Von der Lust, sich auf den Weg zu machen. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 9,99 Euro.