Ronaldo und Messi spielen Schach: Fake-Foto geht viral

Ein Schachbrett steht auf Louis-Vuitton-Koffern, daran hocken zwei Fußballstars, für die es viele Millionen Follower und Euros regnet. Ein echtes Match?

Gucken hochkonzentriert – vermutlich ins Leere: Was steckt hinter dem Werbefoto von Vuitton?
Gucken hochkonzentriert – vermutlich ins Leere: Was steckt hinter dem Werbefoto von Vuitton?Instagram/@leomessi

In der Realität hat Cristiano Ronaldo diese Partie ganz klar gewonnen: Mehr als eine halbe Milliarde Followerinnen und Follower zählt der Fußballstar seit dem Wochenende auf Instagram – die magische 500.000.000-Grenze durchbrach nach dem Post eines Bildes, das ihn beim Schachspielen mit Lionel Messi zeigt. Der wiederum zählt auf dem sozialen Medium aktuell rund 376 Millionen Fans, eine gute Ecke weniger als sein Brett-Gegner vom Foto. Schachmatt zu Gunsten von Ronaldo, könnte man sagen.

Monetär aber können sich freilich beide freuen. Schätzungen zufolge, die derzeit online kursieren, bekommen sowohl Ronaldo als auch Messi etwa zehn Millionen Euro für das Bild. Denn es ist eben kein privater Schnappschuss vom gemeinschaftlichen Spieleabend, um den es hier geht: Das Brett – übrigens dekoriert mit einer echten Partie vom Norweger Magnus Carlsen gegen den Japaner Hikaru Nakamura – steht geschickt platziert auf zwei Louis-Vuitton-Koffern.

Die französische Luxusmarke hatte das Werbebild, das passend zum WM-Start veröffentlicht wurde, bei Star-Fotografin Annie Leibovitz in Auftrag gegeben. Die allerdings – und hier scheint der Fake zu stecken – fotografierte die beiden Fußballer überhaupt nicht am selben Brettchen sitzend. In einem Making-of-Video, das die Marke Louis Vuitton am Wochenende erst veröffentlichte und dann wieder zurückzog, ist zu sehen, dass Messi durch eine französisch anmutende Altbauwohnung spaziert, Ronaldo die Fotografin jedoch in einem Studio begrüßt und sodann dort abgelichtet wird.

Ein wirkliches Aufeinandertreffen, wie es das Video und auch das letztendliche Werbefoto suggerieren, scheint es nie gegeben zu haben. Das aber kann eigentlich wirklich allen egal sein: Dem Luxuslabel, das die gewünschte Aufmerksamkeit erreicht hat, den beiden üppig honorierten Fußballern sowieso. Und ihren Hundertmillionen Followerinnen und Followern eigentlich auch.