Berlin-Charlottenburg - Die einen hatten keine Wahl und mussten weichen. Die anderen haben sich ganz bewusst verändert und zogen nach Mitte um, weil der Kurfürstendamm zwischenzeitlich ja tatsächlich total out war. Frieder Böhnisch hingegen ist dort geblieben, wo der Berliner Einzelhandel am weltstädtischsten ist: Seit 1976 bietet er in der City-West in seiner Boutique „Harveys“ exzeptionelle Mode an. Er startete in der Knesebeckstraße, war in Berlin der Erste, der Pariser Avantgardisten wie Jean Charles de Castelbajac, Thierry Mugler und Jean Paul Gaultier im Programm hatte, später auch als Erster die Mode von japanischen Könner/innen wie Issey Miyake, Yohji Yamamoto und Rei Kawakubo in die Stadt brachte.

Inzwischen ist er mit seinem Geschäft in der Wielandstraße, Ecke Kudamm nahe dem Olivaer Platz zu finden. Mit einer noch immer handverlesenen Auswahl an internationalen Designern, die inzwischen vor allem aus England kommen. Wobei er seinen Leitspruch nie außer Acht gelassen hat, der da lautet: „Man will ja kein Zirkuspferd sein, es muss immer noch tragbar sein.“ Frieder Böhnisch ist im besten Sinne anders, ein Unikat und ein Modekenner, der im Interview von einer ganz und gar außergewöhnlichen Unternehmergeschichte zu berichten weiß.

Berliner Zeitung: Herr Böhnisch, wie hat alles angefangen? Sind Sie geborener Berliner?

Frieder Böhnisch: Danke für das Kompliment, aber die Antwort lautet: Nein, ich bin waschechter Sachse und stamme aus Leipzig.

Wie und wohin sind Sie damals geflüchtet?

Das ging in Etappen. Mein Vater saß bis Mitte der 1950er-Jahre im Zuchthaus. Mein Großvater war Chefarzt an der Frauenklinik Chemnitz. Die wurden alle verhaftet nach dem Krieg, auch das ist deutsche Geschichte. Erst ging es nach Berlin, da war ich 14 oder 15 Jahre alt. Wir haben am Askanischen Platz gewohnt, dort war damals ein Flüchtlingslager. Ich erinnere mich noch an den Saal mit Etagenbetten für die vielen Menschen. Da liefen bereits die Anträge, dass man als Flüchtling anerkannt wurde. Dann wurde man ausgeflogen.

Wohin?

Nach Stuttgart, weil wir nach Württemberg wollten. Da waren Bekannte von uns und meine Familie wollte dorthin. Man konnte nicht durch den Osten fahren, sonst wäre man erneut geschnappt worden.

Und in Berlin zu bleiben, das war keine Option?

Man hatte ja immer Angst. Zu der Zeit erzählte man sich, dass Menschen auch wieder in den Osten entführt wurden. Da stand es nicht zur Debatte, in Berlin zu bleiben, und sei es im Westen. In Württemberg ging ich erst noch in die Oberschule und habe dann eine kaufmännische Lehre gemacht. Es war eine Textilgroßhandlung und da durfte ich schon Kollektionen aussuchen. Dabei kam ich auf den Geschmack und wollte mehr in der Mode arbeiten. Mein Chef hatte einen Freund, der in Berlin eine Firma hatte und dort habe ich dann eine dreijährige Schneiderlehre gemacht. Die nähten Mäntel und Kostüme. Von da bin ich nach Frankfurt am Main, habe eine Meisterprüfung abgelegt und meinen Designabschluss gemacht. Und mit diesem Rüstzeug bin ich wieder zurück nach Berlin gegangen.

Foto: Alexx And Anton
Keine Models, sondern ganz normale Harveys-Klienten: Kaja und Emil in der Schneiderkunst von Elena Dawson.

In welchem Jahr war das denn ungefähr?

Ungefähr 1965. Ein paar Jahre habe ich dann Kostüme und Mäntel gemacht, bis ich dachte: Na, jetzt kannst du dich auch mal woanders bewerben. Und so kam ich zu Axel Delikat, der machte Pelze und Leder in Berlin. Da war man dann immer ganz stolz, wenn man auf der Straße eine Frau sah, die unsere Mode trug.

Die Modelle, die hier entworfen wurden, wurden damals von Zwischenmeistern gemacht. Wenn eine Kollektion stand, vielleicht mit 20 bis 30 Teilen, kriegte der Meister, der Mäntel am besten machte, dann fünf Mäntel zu nähen. Der nächste Meister machte fünf Kostüme, und so fort. Diese Zwischenmeister, das waren richtige Betriebe mit schon mal 30 Mitarbeitern, die dort arbeiteten. Die kriegten die Modelle und dann wurden die Schnittsätze für die weiteren Kleidergrößen gemacht. Zum Schluss wurde alles angeliefert zur Abnahme. So war es auch bei allen anderen, auch beispielsweise bei Uli Richter (damals der bekannteste Berliner Designer, d. Red.). Die Sachen wurden dann an die Geschäfte verschickt, die das auf den Messen gekauft hatten. Damals kamen die Einzelhändler nach Berlin, das war die berühmte Modemesse „Berliner Durchreise“. Da war die Hölle los im Bikini-Haus, wo damals die Firmen mit ihren Showrooms untergebracht waren.

Und was kam nach Delikat für Sie?

1976 eröffnete ich meinen ersten Laden in der Knesebeckstraße. Ich hatte die ersten Hemden, die weit waren und kleinere Krägen hatten. Damals in den frühen 1970ern waren die Hemden ja sehr eng geschnitten und hatten einen recht großen, langen Kragen. Es war also schon etwas Besonders, wenn der Hemdkragen klein war und das Hemd loser saß. Das gab es damals sonst nicht in Berlin.

Das erinnert mich jetzt an die Geschichten zur allerersten Boutique von Kenzo damals in Paris.

Kenzo, wunderbar! Ich kannte eine Designerin aus Düsseldorf, die bei Kenzo gearbeitet hat. Darum durfte ich dort die Sachen kaufen, die am Ende einer Saison übrig geblieben waren. Ich bin immer mit meinem riesigen knallgelben Koffer nach Paris gefahren und habe sie mitgenommen. Da lachten alle schon, wenn ich mit diesem gelben Riesending ankam und ihn vollpackte. Den habe ich heute noch zu Hause stehen.

Ob in der Bahn oder auf dem Gepäckband, so ein Ungetüm von Koffer traute sich auch bestimmt keiner zu stehlen.

(lacht) Ganz genau. Jedenfalls habe ich auf diese Art Hemden, Hosen und auch welche der berühmten Schals mit dem typischen Kenzo-Muster in Paris günstig erstanden. Und dann in Berlin in meinem Laden verkauft. Unter der Hand, wie die berühmte „Bückware“ in der DDR. Das war toll, denn das hatte sonst niemand hier. Bis es dann offiziell wurde und ich die Kollektionen normal einkaufen durfte. Kenzo hatte damals ja selbst gerade erst angefangen, seine Läden in Paris zu eröffnen.

Foto: Berliner Zeitung/Paulus Ponizak
Für Frieder Böhnischs Katalog modeln stets die treuen Kunden die Mode, die dann in seinem Laden zu finden ist.

Welche Preise haben Sie da gemacht?

Das war ganz normal kalkuliert. Bei Kenzo haben sie es im Schlussverkauf rausgehauen. Ich musste dann natürlich auf den von mir bezahlten Preis etwas draufschlagen, sonst hätte ich mir das Ganze ja sparen können. Und so ging das peu à peu weiter für mich.

Die tollsten Modenschauen von Paris hatte damals Kenzo an der Place des Victoires. Da steht ja in der Mitte das Denkmal von Ludwig XIV. und für die Schau hat Kenzo über diese Statue ein Zirkuszelt gebaut. Dort hat er seine Show gemacht. Die Leute standen Schlange, um einen Platz zu ergattern. Dann hat er auch eine Modenschau auf einem stillgelegten U-Bahnhof gemacht. In der Mitte waren die Gleise und auf dem Bahnsteig saß das Publikum. Der Zug fuhr ein, die Models kamen raus, flanierten ein bisschen und in stiegen in die nächste Bahn wieder ein und waren weg. Das hätte ich hier in Berlin auch zu gern gehabt.

So was geht wohl nur in Paris, weil da die Stadtverwaltung sagt: Aha, die Pariser Mode hat Priorität, die dürfen das.

Wenn wir hier in Deutschland etwas in der Art durchkriegen wollen, dann dauert das so lange mit den Genehmigungen, bis das Ganze wieder verpufft ist. Tja. Aber so kam man zumindest mit Anregungen und neuen Ideen zurück nach Berlin. Wie die Geier kamen meine Kunden damals nach meinen Paris-Trips vorbei und fragten, wie es war und was ich mitgebracht hätte (lacht). Ich hatte natürlich noch nichts, da man dort erst mal nur geordert hat. Die Mode kam ja erst sechs Monate später an. In den 1980ern kamen dann auch Comme des Garçons und Yohji Yamamoto in Berlin an. Man selbst war ja begeistert, man wusste aber nicht, ob das hier jemand kaufen würde. Das war schon sehr avantgardistisch.

Wie war die Reaktion, wenn Sie diese ausgefallenen Gehröcke und flamboyanten Hemden in Berlin in Ihr Schaufenster stellten?

Ich war der bunte Hund am Kudamm. Jeder wusste: Wenn Avantgarde, dann kommt man zu mir. Und ich war stolz darauf, mit diesen Modekünstlern arbeiten zu dürfen. Jeder in Berlin wollte der Erste sein, der die Waren hatte. Es war wunderbar. Die Spannung und Elektrizität war immer da. Nach 1989 kamen dann so langsam die Leute aus dem Westen auf Stippvisite ins neue Berlin. Die wollten natürlich auch etwas anderes sehen als das, was sie in den Geschäften zu Hause in Stuttgart oder Hamburg kriegten. Das hat nichts mit Arroganz zu tun, das war einfach ein anderer Stil.

Wir sind damals auch mit großen Augen in New York herumgelaufen, als es mit dem Reisen für Ostler losging. Meine Dekorateurin hat damals drei Schuhkartons voll mit Fotos geknipst. Wir waren so gut gelaunt und hatten jede Angst verloren, wir waren in den wildesten Vierteln von New York. Jeder wunderte sich, dass wir wieder gesund nach Hause kamen.

Amerikanische Mode haben Sie da aber nicht mitgenommen?

Nein, damals gab es zum Beispiel Donna Karan noch gar nicht. Dafür habe ich aber kistenweise Fotos von New Yorker Schaufenstern. Das war schon ein Erlebnis, damals an Bloomingdale’s entlangzulaufen. In den New Yorker Kaufhäusern, das waren Dimensionen, die man hier bei uns noch gar nicht kannte. Man ging von Fenster zu Fenster und sah sich alles an. Das war sehr aufregend.

Und was war mit dem Kudamm? Wann hatte der seine Glanzzeiten?

Immer. Nur nach der Öffnung der Mauer ging die Kurve für eine Zeit lang runter, als man das Gefühl hatte, jetzt muss man in den Osten gehen, in die Friedrichstraße. Man glaubte, die Seligkeit liegt nun drüben. Aber ich dachte nur: Lass die mal schön gehen, du bleibst hier. Denn hier kam viel internationales Publikum. Und die Zeit zeigte, dass die Läden drüben alle überhaupt nicht liefen. Ich lebe nach wie vor nach dem Motto: „Wenn die Leute etwas brauchen, werden sie schon kommen.“

Apropos: Wie läuft es denn aktuell bei Ihnen mit dem Lockdown?

Es ist ein Ausnahmezustand. Auf unserer Website sind die neuen Kollektionen schon zu finden, die Sachen von Elena Dawson oder Paul Harnden zum Beispiel. Die Models auf den Fotos sind echte Kunden von mir, denen machte es Spaß, für die Fotos zu posieren. Stammkunden melden sich telefonisch oder per Mail und lassen sich die Kleidung dann kommen, zur Anprobe zu Hause.

Haben Sie jemals überlegt, eine weitere Filiale aufzumachen?

Nie, ich wollte immer nur einen Laden. Und wissen Sie was: Den letzten Urlaubstag hatte ich 1982, seitdem war ich jeden Tag hier. Ich bin im Jahr 1990 von der Knesebeckstraße nach dort drüben umgezogen, in das Eckgeschäft direkt am Kudamm, wo jetzt Prada ist. Dort war ich bis 2001. Dann wurde das Haus verkauft und ich zog hierher in diesen Laden. Kramberg zog damals hier aus und ging nach Moskau. Mir war es wichtig, in der Nähe zu bleiben, damit mich meine Kunden wiederfinden. Mit dem digitalen Wandel heutzutage geht so eine Info ja schnell rum, aber davor war jeder Umzug riskant für einen Laden wie meinen.

Sie haben jetzt auch einen Onlineshop. Glauben Sie, dass der physische Laden bald überflüssig sein wird?

Online ist praktisch, wenn man einen Designer bereits kennt. Seinen Stil und welche Kleidergröße man braucht bei ihm oder ihr. Aber gerade in meinem Segment gibt es viele Kleidungsstücke, die man anprobieren und fühlen muss. Und möchte! In den Laden kommt man mit einem Wunsch oder einer Vorstellung, die auch eher vage sein kann. Online ist das etwas ganz anderes, da kauft man zielgerichteter.

Nochmals zurück in Ihre Jugend: Kamen Sie schon in der DDR mit Mode in Berührung?

Wir waren fünf Kinder und kriegten von Freunden immer die berühmten „Westpakete“ geschickt. Man musste dann immer die alten Kleidungsstücke aus dem Westen tragen, das war wie heute Secondhand-Kleidung. Zur Konfirmation bekam ich so meine erste richtige Männerhose. Das Gefühl, dann selbst neue Klamotten zu machen, das war der Wahnsinn. Ich habe alles von der Pike auf gelernt. Erst das Kaufmännische, dann das Schneidertechnische bis zum Designabschluss und zur Meisterprüfung.

Und dann rennt man los und kann die Mode, wegen des praktischen Hintergrunds aus der Schneiderei, auch selbst beurteilen. Deshalb mache ich auch alle Änderungen hier im Laden. Wenn sich beispielsweise jemand eine Hose kauft, dann schicke ich ihn ins Carré einen Kaffee trinken und er kann die Hose im Anschluss abholen und am Abend tanzen gehen. Würde ich es in eine Änderungsschneiderei schicken, würde es mindestens drei Tage dauern, bis mein Kunde seine Hose zurückhat. Das ist Service und selbstverständlich.

Foto: Alexx And Anton
Mantel von Cherevichkiotvichki, gemodelt von Kundin Anna von Rüden.

Aber es gab ja auch eigene Mode in der DDR, richtig?

Ja, natürlich. Die zeigte die Zeitschrift Sibylle. Aber wo hat man die eigene Mode denn gekriegt? Die ging in den Westexport. Die mussten ja auch ihr Geld machen. Die Ausgeflippten haben sich aus selbst gefärbter Bettwäsche ihre Kleidung genäht.

Und wer sind heute Ihre Kunden?

Individualisten.

Aber heutzutage ist doch jeder Individualist.

Ja, natürlich. Aber jeder sucht etwas, das ein bisschen anders ist. Und wenn man das hat, dann kommen sie in Scharen. Wie eine Fangemeinde. Wir haben die Sachen ja auch auf der Website. So werden die Leute neugierig. Oder wir machen Fotos von den neuen Sachen und schicken sie ihnen. Meine Kunden kombinieren oft auch einzelne Teile und kreieren ihren ganz eigenen Stil. Sie mischen Teile aus dem Secondhand mit Designer-Bekleidung. Secondhand ist sehr bequem und gut für den Alltag und manche kaufen sich dann ein Teil hier und werten damit ihr Outfit auf. Es ist ein Aktualitätsbeweis, oder für manche auch eine Erinnerung an einen Besuch in Berlin.

Wie ich gehört habe, ist der prominente Kunstsammler Heiner Bastian auch ein Kunde von Ihnen.

Ja, natürlich. Er hat ja früher hier immer seine berühmten weißen Hosen gekauft, die er im Sommer und Winter trägt. Und seine Frau Céline kauft gern die Mäntel von Elena Dawson. Deren schneiderischer Stil, den es seit Jahren gibt, bleibt fast gleich. Es gibt auch mal gerade Schnitte, damit es nicht immer diese nostalgische Taillierung hat. Manche mögen es nicht so eng anliegend. Und wenn die Stoffrosen an den Jacken wegfallen, bleibt eine klassische, sehr elegante Form übrig.

Den Briten Paul Harnden beispielsweise haben wir alleine für Deutschland. Deswegen ist es wie eine Pilgerstätte für ganz Deutschland. Wir haben sehr viele Japaner, Issey Miyake und verschiedene andere, die inzwischen auch hier in Deutschland bekannt geworden sind. Zuletzt kamen die Chinesen dazu wie Ziggy Chen. Das war der erste Designer, der in London auf die Schule ging und in Paris auf die Schule ging. Und dadurch in Europa gelernt hat. Davor waren die chinesischen Designer auf der Kunsthochschule in Peking. Es gab keine Modefachschule oder Designklasse in dem Sinn. Und das ist der erste, der einen guten Agenten gefunden hat, sodass er mit den Italienern usw. einen Vertrag hatte. Und so geht jemand wie ich über Messen und guckt und guckt, ob es etwas Neues gibt: Mensch, da ist eine erste Kollektion, die gefällt mir ganz gut. Und so jemand nehmen wir für Berlin dann erst einmal ganz exklusiv.

Foto: Alexx And Anton
Gegen die Konformistenfront: von Hemd bis Schuh in Paul Harnden.

Was machen Sie mit der Kleidung, die übrig bleibt?

Die kommt in den Schlussverkauf. Der Mensch hat zwei Arme und zwei Beine. Nun muss man sich mal überlegen, dass Designer alle halbe Jahre etwas völlig Neues designen müssen. Wie schwer ist das? Es geht von lang auf kurz, von eng nach weit. Und wieder zurück. Und dann kommen die Stoffe dazu, mal gibt es in einem Jahr nur diese oder jene Stoffe. Und so wird eine Garderobe über die Jahre auch wieder individuell.

Glauben Sie, dass die kreative Mode wieder zurückkommt nach Berlin?

Na ja, das ist schwierig. Das sieht man ja an der Fashion Week. Das liegt aber an den Berliner Organisatoren, dass sie es mit den Messern nicht hinkriegen. Statt einen Messeplatz zu haben, gibt es einen in der Arena, in dem Haus und dort. Man muss zu 20 verschiedenen Orten, um sich alles anzusehen. Und so aufregend ist es dann leider nicht. Es hat nichts mit Arroganz zu tun, dass ich dort nicht hingehe. Und ehrlich gesagt: Frankfurt ist auch nicht die Modestadt, wo man unbedingt hinpilgern will.

Denken Sie, es sollte weniger Modesaisons geben?

Seit Oktober wird bei Dior die Sommerkollektion verkauft. Da entstehen Überschneidungen und Enttäuschungen. Etwa doch lieber ein anderes Teil, das erst in der nächsten Saison im Laden sein wird, gekauft haben zu wollen. Bei ausgefallenen Labels dauert es manchmal auch lange, bis die Leute sich an die schrillen Formen gewöhnt haben. Sie kommen vorbei, gucken, probieren es an und überlegen, ob es wirklich zu ihnen passt, bis sie es dann letztlich kaufen. Sie nehmen sich Zeit. Und ich finde: Das ist ein wichtiger, sehr menschlicher Prozess.