Holt die Ferien in die Stadt: die „Krumme Lanke Beach Bag“ von Catzorange, um 225 Euro.
Foto: Courtesy of Catzorange

BerlinBeim Anblick der Taschen von Catzorange taucht man sofort in Urlaubsgefühle ab, denn sie erinnern an Strand, Sand und Meer – allerdings so elegant, dass es wie ein netter Zufall erscheint, wenn Bucket Bag oder Segelkorb aus schlichten Bootsseilen gefertigt sind. 

Ebenfalls kaum zu vermuten: Die Taschen entstanden einst aus der Not heraus. Als das Ehepaar Coco und Johnny Mannix 2014 von Berlin nach New York umsiedelte, zog es die beiden zunächst in die Kunst- und Magazinbranche. Nach einigen Jahren entschieden sie sich dann für einen Umzug an den Strand von Amagansett auf Long Island. „Wir sehnten uns nach mehr Freiraum für unsere Ideen“, sagt Coco Mannix und bezieht sich damit auf die Möbel, Keramiken und Kleider, die die beiden inzwischen entwarfen. „Auf Long Island arbeiteten wir auf einer kleinen Organic Farm und brauchten etwas, um Gemüse oder Blumen an den Verkaufstand zu bringen. Ich fand einen Wäschekorb, dessen Form mir gefiel, der mir aber viel zu teuer war. Also beschloss ich, einen in dieser Art selbst zu machen.“

Für den Einkauf wie  für Feuerholz im Wohnzimmer oder Handtücher im Bad – die  „Dia Bags“ mit Lederhenkel von Catzorange, um 195 Euro.
Foto: Courtesy of Catzorange

Sie nähte ein Modell aus Seil, ihr Mann bastelte einen Griff dafür – voilà, die erste Bucket Bag war geboren. Die beiden hatten nicht erwartet, auf ihre DIY-Kreation angesprochen zu werden, geschweige denn so oft. In der Folge war es nur eine Frage der Zeit, bis sie mit der Produktion einer kleinen Taschenserie starteten.

Und der Labelname „Catzorange“? Ist eine Hommage an jenen Ort, wo sie sich 2013 kennengelernt hatten: das Berliner In-Lokal KatzOrange. Sie arbeitete damals für das Magazin Sleek, er studierte Literatur an der Humboldt-Universität.

Dem Weg zu folgen, der sich wie von selbst aus jedem neuen Schritt ergibt, das praktiziert das Paar auch bei der Gestaltung: „Das Seil und wie es sich verarbeiten lässt, bestimmt unser Design. Dabei entstehen Formen, die stringent, grafisch und diskret wirken. Davon sollen keine Verzierungen ablenken.“

Über die Schulter, und los geht´s: die „Sailor Bucket“ von Catzorange für 185 Euro.
Foto: Courtesy of Catzorange

Nach wie vor produzieren Coco und Johnny Mannix jede Tasche selbst, nun von ihrem Berliner Studio aus, denn inzwischen wohnen sie wieder hier. „Aus Berlin hat man sehr guten Zugang zu kleinen Betrieben in Deutschland und ganz Europa, die fantastisches Handwerk leisten.“ So kommen die Seile von einem deutschen Hersteller und sind aus Fair-Trade-Naturfaser. Gefärbt werden sie von einem ebenfalls deutschen Textilveredler, einem der Letzten seiner Art, nach öko-zertifizierten Methoden. Dazu passt, dass Catzorange-Taschen nicht materialaufwendig in Kollektionen gefertigt werden. Statt Saisonzyklen hinterher zu hetzen, lässt sich das Paar lieber von seinen Freunden und deren aktuellen Wünschen inspirieren.

Davon künden auch die jüngsten Modellnamen: jene Orte, an denen jene Freunde ihre Ferien 2020 verbringen – vom Comer See in Italien über den Liepnitzsee in Brandenburg bis zur Krummen Lanke im Berliner Westen. Denn natürlich bieten die neuen, tieferen Bucket Bags genug Platz für alle Strandutensilien. Und egal, wohin es einen selbst mit einer Catzorange-Tasche verschlagen mag, ob ans Wasser oder in den urbanen Dschungel: Mit Sicherheit wird man irgendwann gefragt, woher man sie hat.

Erhältlich über https://catzorange.com/shop


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