Nun ist sie endlich gekommen, die Zeit, in der wir nahezu überall frische und saftig-süße Erdbeeren finden. Dieses Jahr hat das Wetter mitgespielt, besser konnten die Bedingungen für den Anbau der kleinen Nüsschen, übrigens aus der Familie der Rosengewächse, kaum sein. Die Ernte ist fantastisch!

Grämen Sie sich nicht!

Doch bereits jetzt schon ist diese wunderbare Zeit überschattet. Mal wieder! Im Hinblick auf die Ereignisse der letzten Jahre und Monate ein Mikro-Event, doch es scheint, die Abwärtsspirale nimmt kein Ende. Die ersten Bauern klagen schon, es sei sinnvoller, die Ernte zu vernichten als zu verkaufen, so schlecht sei das Geschäft. Das Angebot ist groß, aber die Nachfrage gering. Die Inflation lässt die Verbraucher auf alles nicht wirklich Notwendige verzichten. Aufgrund der hohen Spritpreise reisen die Deutschen kaum durch die Republik und besuchen selten die regionalen Produzenten. Vorbei mit frischem Erdbeerkuchen auf dem Bauernhof und einem kleinen Erdbeerkörbchen voller selbst gepflückter Erinnerungen für daheim. Ein Jammer!

Doch grämen Sie sich nicht, denn gedankenloser Konsum war einfach viel zu lange eine Selbstverständlichkeit. Heute verstehen wir wieder mehr und mehr, dass es schön und erfüllend ist, sich etwas zu verdienen. Wir erfreuen uns wieder an regionalen Spezialitäten und den Genüssen der jeweiligen Saison.

Da hilft nur eines: selbst anpacken

Wir begreifen, wie sinnvoll es ist, regionale Landwirtschaft und Produzenten zu unterstützten, und haben verstanden, dass gemäßigter Konsum gewisser Dinge dem Tierwohl, dem Planeten, den Arbeitsbedingungen, ja sogar unserem Stadtbild zugute kommt. Konsumenten schauen heute wieder hin, was sie da kaufen, und das ist gut! Vorbei sind also die Zeiten, in denen man ferngesteuert durch den Supermarkt lief und alles automatisiert in den Einkaufswagen fallen ließ. Die Pandemie hat das Umdenken zu bewussterem Konsum beschleunigt.

Noch nicht ganz überwunden, ökonomisch schon gar nicht, folgt auf die Corona-Krise nun der Ukrainekrieg, welcher uns vor vielerlei Probleme stellt. Die bereits erwähnte Inflation ist nur eines davon, aber im Hinblick auf den Wocheneinkauf stellt sie viele Haushalte vor eine Herausforderung.

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In diesem Jahr ist die Erdbeerernte fantastisch ausgefallen, aber die Bauern klagen darüber, dass sie die Früchte kaum verkaufen. Aufgrund der Inflation sparen die Leute auch bei den Erdbeeren.

Da hilft nur eines: selbst anpacken.  Zusammenhalten und los. Unterstützen Sie also unbedingt die lokalen Erdbeerbauern und schlagen Sie zu. Es ist nicht viel, auf das sie verzichten müssen, schon haben Sie ein kleines Körbchen zusammen. Zuhause wird daraus dann Kuchen gebacken, zum Teilen im kommunalen Garten oder mit den Hausbewohnern.

Vielleicht ein kleiner Kuchenstand auf dem Spielplatz? Erdbeerkuchen gegen Spenden? Sind die Kosten gedeckt, werden alle weiteren Einnahmen gespendet. So hat jeder etwas davon, die Bedürftigen, die Menschen auf dem Spielplatz, und auch Sie bekommen Ihre Erdbeeren. Und es ist deutlich mehr möglich als Erdbeerkuchen, denn die kleinen Nüsschen sind vielfältig einsetzbar. Hier also ein paar meiner liebsten Rezepte, alle gleichermaßen einsetzbar, um etwas Gutes zu tun:


Marinierte Erdbeeren

Ein simpler Klassiker, doch mit ein paar Kniffen schnell ein absoluter Hochgenuss.

Zutaten: 500g reife heimische Erdbeeren (gute Sorten sind Mieze Schindler oder Mara des Bois), 1 EL Honig, Abrieb und Saft einer Limette, Minze oder Melisse

Bevor wir anfangen, lassen wir die Erdbeeren eine Zeit draußen stehen. Zimmerwarm schmecken sie deutlich besser als kühlschrankkalt. Dann waschen und halbieren oder vierteln wir sie und ab in eine Schale. Dann hacken wir die Kräuter und vermischen sie mit dem Abrieb, dem Saft und Honig. Wir machen also quasi eine Marinade. Diese kommt über die Erdbeeren. Circa zehn Minuten ziehen lassen und servieren. Dazu passt geschlagene Sahne.


Erdbeer-Basilikum-Dessert (für 4 Personen)

Zutaten: 300g Erdbeeren, 100g Mascarpone, 200ml Sahne, 1 Zitrone, 1 EL Zucker, Löffelbiskuit, 4 Stängel Basilikum

Als erstes waschen und zupfen wir das Basilikum und geben es in die Sahne. Wir pürieren alles mit einem Pürierstab mit drei, vier Stößen gut durch und lassen es dann circa zehn Minuten ziehen. Achtung, erst hinterher schlagen wir die Sahne steif. Nachdem die Sahne durchgezogen ist, passieren wir sie durch ein Sieb und schlagen sie dann mit ein wenig Zucker oder Vanillezucker steif.

Während die Sahne zieht, waschen wir die Erdbeeren und legen gut die Hälfte davon zur Seite. Diese Hälfte pürieren wir mit dem Saft der Zitrone zu einem feinen Püree (Coulis genannt) und geben den Zucker dazu. Die andere Hälfte schneiden wir in mundgerechte Stücke.

Nun nehmen wir vier kleine Schälchen und geben die grob zerbrochenen Löffelbiskuits hinein und übergießen alles mit der Erdbeersoße. Darauf kommt die geschlagene Basilikum-Sahne, dann die gewürfelten Erdbeeren. Zum Schluss garnieren wir das Ganze mit dem Abrieb der Zitrone. Bereiten Sie alles rechtzeitig vor, so kann der Biskuit die Soße etwas aufsaugen. Fertig, ein frisches Sommerdessert.