Paris - So werden Social-Media-Märchen geschrieben. Wie viele andere Pariser steckt der 34-jährige Mehdi Kerkouche während des ersten Lockdowns in seiner kleinen 30-Quadratmeter-Wohnung fest. Er ist Tänzer und freischaffender Choreograph, alle Aufführungen seiner Tanzkompanie EMKA sind abgesagt. Um sich und seine Truppe in diesen düsteren Zeiten bei Laune zu halten, denkt er sich eine Choreographie zum Song „You're The First, The Last, My Everything“ von Barry White aus. Daraus schneidet Kerkouche am Ende ein amüsantes Video, in dem man fünf Menschen sieht, die trotz Isolation zusammen tanzen und dank Splitscreen ein Gesamtbild formen.

„Die Idee ist eigentlich total banal, aber genau das macht es so magisch“, sagt Kerkouche bei einem Zoom-Interview mit der Berliner Zeitung, während er gerade den zweiten Lockdown in seinem Pariser Appartement absitzt. „Wir konnten natürlich nicht wissen, dass es funktioniert. Ehrlich gesagt hatten meine Tänzer bei den Proben auch irgendwann die Nase voll, weil ich sie ständig damit nervte“, amüsiert er sich. Aber zum Glück ließ Kerkouche nicht locker. Nachdem er das Video „Confinected“ am Abend des 28. März auf Twitter gepostet hat, geht es innerhalb weniger Stunden viral. Über 1,5 Millionen Mal wird es geteilt. Zusammen mit den übrigen sozialen Medien wie Instagram kommt das Video schlussendlich auf rund vier Millionen Klicks.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.