Berlin - Er wurde nur 24 Jahre alt: Harry Brant, der Sohn von US-Supermodel Stephanie Seymour, 52, und dem Multimilliardär, Kunstsammler und Unternehmer Peter Brant, 73, ist tot. Der Nachwuchsstar starb am Sonntag an einer versehentlichen Überdosis, wie seine Familie in einer Erklärung an die New York Times mitteilte. Berichten zufolge hatte der jüngste Sohn des Paares mehrere Jahre lang mit Suchtproblemen gekämpft. „Wir werden für immer traurig sein, dass sein Leben durch diese verheerende Krankheit verkürzt wurde“, heißt es in einer Mitteilung der Familie. „Er hat in seinen 24 Jahren viel erreicht, aber wir werden nie die Chance bekommen zu sehen, wie viel mehr Harry hätte tun können.“

Weiter zitiert die Zeitung aus der Erklärung: „Harry war nicht nur unser Sohn. Er war auch ein wunderbarer Bruder, liebevoller Enkel, Lieblingsonkel und fürsorglicher Freund. Er war eine kreative, liebevolle und kraftvolle Seele, die Licht in die Herzen so vieler Menschen brachte.“

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Harry Brant beim Chanel-gesponserten Tribeca Film Festival 2013 in New York.

Harry Brant arbeitete unter anderem als Model und war in Kampagnen für Gap, die italienische Vogue und Balmain zu sehen. Zuvor veröffentlichte er mit seinem Bruder eine Unisex-Make-up-Linie für MAC und schrieb für ein Interview-Magazin seines Vaters Peter. Brant galt als Jetset-Mitglied der kommenden Generation, als Trendsetter und It-Boy. Das New York Magazine bezeichnete Harry und seinen älteren Bruder Peter mal als „New Yorks schönste Teenager-Brüder“. Besonders Harry war bekannt dafür, in Sachen Make-up und Kleidung Gendergrenzen zu sprengen.

Seine Mutter Stephanie Seymour wurde als Schauspielerin und Model bekannt, sie prägte mit Naomi Campbell, Linda Evangelista, Christy Turlington, Cindy Crawford und Claudia Schiffer die Ära der 90er-Jahre-Supermodels. Schon mit 14 startete ihre Karriere, sie nahm am internationalen Modelwettbewerb „Look of the Year“ teil und bekam einen Vertrag bei der renommierten Agentur Elite Model Management. Seymour arbeitete mit internationalen Designern und Fotografen wie Herb Ritts, Richard Avedon und Gilles Bensimon zusammen, war das Gesicht für L’Oréal, Chanel und Versace. 

Zu ihrer Bekanntheit trug auch die Beziehung mit dem Guns N’ Roses-Sänger Axl Rose bei, mit dem Seymour Anfang der 90er-Jahre liiert war. Seymour hat insgesamt vier Kinder. Der älteste Sohn, Dylan, ist heute 31 Jahre alt, er stammt aus der Ehe des Models mit dem Musiker Tommy Andrews. 1994 heiratete Seymour den Medienmogul Peter Brant. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: Peter Brant II, Harry Brant und Lilly Margaret Brant. Peter ist heute 27 Jahre alt, Tochter Lilly muss mit gerade erst 16 Jahren nun den Verlust ihres großen Bruders verkraften.

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Die Brüder Harry und Peter mit Kurt Cobains Witwe Courtney Love bei einer Fashion Show in New York.

Die Brüder Harry und Peter sah man oft gemeinsam auf Modeevents und Partys. Schon als Grundschüler wurden sie für eine Gap-Kampagne fotografiert. Starfotografen wie Patrick Demarchelier und Steven Klein buchten sie für Modeshootings. Zwar wuchsen die Kinder außerhalb des Rampenlichts auf einem gewaltigen Anwesen in Connecticut auf, schreibt Derek Blasberg, ein enger Freund von Stephanie Seymour in einem Text, der 2014 in der deutschen Harper’s Bazaar erschien. Doch: „Noch ehe sie laufen konnten, kamen sie mit Mode und Kunst in Berührung und wurden zu Kunstmessen rund um den Globus, in Museen und auf Vernissagen mitgeschleppt.“

Nicht nur die berühmte Mutter, auch der umtriebige Vater sorgte dafür, dass die Kinder schon in jungen Jahren mit der High Society in Berührung kamen. Seymours Ehemann Peter Brant ist nicht nur Eigentümer einer weltweit agierenden Papierfirma, er besitzt auch das Verlagshaus Brant Publications, das auf Kunstmagazine spezialisiert ist, in dem aber auch die Lifestyle-Zeitschrift Interview erscheint. Brant produziert Filme, züchtet Pferde, spielt Polo. Sein Vermögen wird auf 2,7 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Sein Sohn Harry interessierte sich früh für Kunst. Der Harper’s Bazaar erzählte er 2014: „Als ich klein war, ging mein Vater einmal in der Woche mit mir durch unser Haus und fragte mich bei jedem Bild nach dem Künstler. Wenn ich richtig lag, bekam ich einen Dollar. Heute weiß ich das zu schätzen, weil ich in Museen auf Anhieb die Arbeiten und Stilrichtungen erkenne.“ Seine Mutter sagte damals über ihren jüngsten Sohn: „Harry wollte Bäcker werden, Haarstylist, Visagist – alles, bevor er sieben Jahre alt war.“