Vor ein paar Tagen sprang mein Auto nicht an. Ich kam abends von einem Termin, wollte nach Hause, aber mein Auto gab nur klagende, sterbende Geräusche von sich. Mein Auto ist ein Großväterchen, 22 Jahre alt. Ich fahre es seit 18 Jahren und stets war Verlass auf das Großväterchen. Ich öffnete die Motorhaube und schaute hinein. Und während ich so schaute, dachte ich, dass es eine völlig sinnlose Geste ist, da ich überhaupt keine Ahnung von Motoren habe und nicht mehr weiß als: In dieses Loch dort rechts schütte ich die Scheibenwischerflüssigkeit.

Es war kalt, es regnete. Ich hatte nicht genug Geld für ein Taxi. Ich hatte auch mein Portemonnaie mit den Geldkarten nicht dabei. Ja, ich bin ein Trottel. Ich ging zu Fuß. Kurz überlegte ich einen der kleinen E-Roller zu mieten. Oder zu stehlen. Aber ich bin 48 Jahre alt. Das letzte Mal fuhr ich einen Roller, da war ich vier oder fünf. Also kurz nach dem Dreirad und kurz vor dem Fahrrad. Dann kam das Moped, dann das Auto. Ich bin ein Vertreter der typischen deutschen Mobilitätskarriere. Ich bemühe mich, im Rahmen meiner Möglichkeiten, aufgeschlossen zu sein. Aber es gibt ästhetische Grenzen. Meine heißen: Roller und Segway.

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