Im Urlaub kann man mal mutig sein: Eine geröstete Heuschrecke hier oder eine kleine Kuttelsuppe da – für viele Menschen vorstellbar. Doch der Ekelfaktor mancher Speisen geht weit über dieses Stadium hinaus.

Embryo-Eier schmecken salzig und scharf

Auf den Philippinen beispielsweise gelten angebrütete Eier von Enten oder Hühnern als Delikatesse. Etwa 19 Tage alte Eier mit deutlich sichtbaren Embryos werden eine halbe Stunde gekocht und anschließend mit Salz, manchmal auch Essig oder Sojasauce warm verzehrt – inklusive Embryo. Geschmacklich soll das bräunlichschwarze Fleisch des Kükens salzig und scharf sein, Schnabel und Federn etwas bissfester.

Gammelhai riecht stechend

Der fermentierte Hai aus Island, Hákarl genannt, hört sich eigentlich noch ganz okay an, der Volksmund nennt diese Spezialität jedoch „Gammel-Hai“ und das kommt der Sache gleich viel näher. Der eigentlich giftige Grönlandhai wird ausgenommen, gesäubert und in der Erde verbuddelt, wo er dann mehrere Sommer- und Wintermonate vor sich hin gammelt, bis sich das Gift zersetzt hat. Geruch und Geschmack des Fleisches sind nach diesem Reifeprozess so intensiv und stechend, dass es selbst Einheimische nur mit viel Schnaps herunter bekommen.

China: Schwalbennestersuppe

Sie ist eine der teuersten Spezialitäten der chinesischen Küche und die Suppe besteht tatsächlich aus Schwalbennestern. Geschätzt wird das aus zähem Speichel bestehende Nestzement, weil es so eiweißreich ist und angeblich kräftigende Wirkung haben soll. Bei der Zubereitung werden die Nester zuvor in Wasser gequollen und anschließend mit Kalbfleisch in Brühe gegart. Sie geben der Suppe eine leicht gelatinöse Bindung und schmecken mild.

China: Drunken shrimp

Was auf den ersten Blick nach einem leckeren Teller Garnelen aussieht, wird auf den zweiten eklig: Traditionell zubereitet werden die „betrunkenen Garnelen“ lebendig verspeist. Das soll leichter gelingen, wenn die Garnelen in Alkohol eingelegt sind (deshalb „betrunken“).

Mexiko: Huitlacoche

Diese Spezialität aus der mexikanischen Küche besteht aus einem Pilz, der auf vom Maisbeulenbrand befallenen Maiskolben wächst. Diese schwellen durch den Parasitenbefall an und verfärben sich schwarz. Gekocht schmeckt der Pilz süß, erdig und eben nach Pilzen. Das wussten auch schon die Azteken zu schätzen, die Maiskörner angeblich einritzten, damit sie leichter befallen wurden.

Österreich: Muttermilch-Käse

Es ist keine typisch österreichische Spezialität, aber ein Tiroler Gourmet-Koch hat sie erfunden. Daniel Angerer suchte eine Verwendung für die überflüssige Muttermilch seiner Freundin Lori Mason. Wegschütten wollte er das „flüssige Gold“ nicht, also fing er an, daraus Käse herzustellen. Das Rezept für seine „Mommy's Milk Mozzarella“ veröffentlichte er auf seiner Webseite: www.danielangerer.com.

Italien: Ricci

In Apulien wird im Frühling geschlürft. Aber keine Austern, sondern frische Seeigel. Die enthalten zu dieser Jahres manchmal Rogen, ähnlich wie Kaviar. Um an den wertvollen Inhalt zu gelangen, müssen die Seeigel mit einem Messer auseinander gebrochen, mit Zitronensaft beträufelt und anschließend ausgelöffelt werden.

China: Urin-Eier

Sie sollen toll schmecken und gesund sein, die sogenannten „Frühlingseier“ aus der ostchinesischen Provinz Dongyang. Das Geheimnis ihres Geschmacks: Kinder-Urin. Darin werden sie nicht nur gekocht, sondern anschließend auch gepellt für eine Nacht eingelegt. Der beste Kinder-Urin stammt angeblich von vorpubertären Jungen im Alter von zehn Jahren. Der Urin wird an örtlichen Schulen gesammelt. (jym)