Paris - Der Rapper Yasiin Bey aka Mos Def besteigt das Podest aus smaragdgrün schimmerndem Marmor. Ein Sample erklingt, die Performance beginnt. Bey bewegt sich wie ein Profi, er ist ja auch einer. Lässig schlenkert der offene Mantel mit Karos und Louis-Vuitton-Logomuster um seinen Köper. Zu keinem Zeitpunkt hat man den Eindruck, Bey habe seine Seele an LVMH, den größten Luxuskonzern der Welt, verkauft. Und das, obwohl der Mann eine Underground-Legende ist.

Bey war schon einmal Protagonist einer Kampagne des französischen Modehauses Louis Vuitton, das war 2012, damals rezitierte er in einem Video die Worte von Muhammad Ali. Diesmal sind es seine eigenen aus dem Track „Casa Bey“. Sein Sprechgesang begleitet den Walk der Models, die Virgil Ablohs Vuitton-Männerkollektion für den Winter 2021/22 präsentieren. Bey hat eine Message, und diese Message hat auch Abloh: Black Power. Die Inszenierung, in der sich Afrofuturismus mit europäischer Schneiderkunst paart, ist stimmig und ein Highlight der Modepräsentationen im Corona-Januar 2021, der keine konventionellen Modenschauen erlaubt. Deswegen wurden alle Kollektionen als Videos ins Netz gestellt. Ohne Musik klappt sowas nicht.

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