BerlinAmerikanische Politiker sind oft sehr wohlhabend, Millionäre etwa im Senat der Normalfall und Milliardäre keine Seltenheit. Damit einher geht mitunter auch ein ansehnlicher Immobilienbestand. Reichtum ist in den USA gesellschaftlich sanktioniert, jedenfalls wenn der Anschein gewahrt bleibt, dass das Geld auch der Gesellschaft dient. Öffentlich demonstriert wird der geforderte Anstand nicht nur durch das Auftreten in der politischen Arena, sondern auch mit der Wahl von Kleidung und Wohnung, also mit dem, was als „Geschmack“ bezeichnet werden kann. Nur wenige Politiker wagten jemals das Gegenrezept: den Stil des Outsiders, der gewählt werden will, weil er eben anders ist als das sogenannte Establishment.

Joe Biden, der einstige Senator des Staates Delaware und jetzt bis zur Vereidigung im Januar „President-elect“ der USA, hat zwar schon vor vielen Jahren einmal schamvoll bekannt: „Immobilien verführten mich.“ Er begann in seinen Zwanzigern, Häuser zu kaufen – insbesondere solche, die außerhalb seines Budgets lagen. Er ging fast bankrott an seiner Vorliebe für „stately homes“, imposante Häuser mit parkähnlichen Gärten. Finanzieren konnte er sie nur dank der hervorragenden Honorare, die er und seine Frau Jill für Reden und Bücher erhalten. Ästhetisch ist Biden jedenfalls zeitlebens den sicheren Weg gegangen – mit kleinen Abweichungen, die in aller Konvention das Individuelle ausmachen.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.