Berlin - Persönliche Begegnungen sind rar geworden, auch wenn sie beruflicher Natur sind. Die Soziologin Jutta Allmendinger gibt dieser Tage viele Interviews, die meisten davon online. Doch dieses Mal hat sie sich auf ein Treffen eingelassen, fernab ihres Arbeitsplatzes im Wissenschaftszentrum Berlin. Auch weil sie Tapetenwechsel schätzt, wie sie sagt. Das Café in der Villa Oppenheim in Charlottenburg öffnet nur für uns beide einen großen, warm beleuchteten Raum im Souterrain. An langen Holztischen sitzen wir uns über Eck bei weit geöffneten Fenstern gegenüber. 

Die Wissenschaftlerin behält ihre kurze, weiße Wolljacke an, die sie zur schwarzen Marlenehose trägt. Ihre großen, dunklen Augen sind während der folgenden eineinhalb Stunden fast immer auf das Gegenüber gerichtet. Ein Abstract der Fragen hat sie vorab verlangt, vielleicht auch um sicherzugehen, dass hier jemand ihr neues Buch gelesen hat. „Es geht nur gemeinsam!“ heißt es und hat zum Thema Geschlechtergerechtigkeit viel Neues, Unerwartetes zu sagen. Die Corona-Zeit ist eben auch für versierte Soziologen eine Laborsituation. Faktenbasiert zeigt Jutta Allmendinger, wie sich die aktuellen Verhältnisse auf die Verteilung von Arbeit zwischen Männern und Frauen auswirken und was daraus folgen könnte. Zuerst aber geht es um eine besondere Ehre, die ihr gerade zuteilgeworden ist.

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