Berlin - Sehr viel knapper geht es kaum. Exakt 156 Stimmen beträgt der Vorsprung der Grünen im Bezirk Mitte nur noch vor der SPD. Das hat eine Nachzählung von Stimmzetteln durch das Bezirkswahlamt ergeben. Die Grünen bleiben damit aber stärkste Partei und behalten zugleich das Vorschlagsrecht für den Bürgermeisterposten.

Knapper ist der Vorsprung geworden, weil die Sozialdemokraten bei der Nachzählung 311 Stimmen hinzugewonnen haben. Für ein Wahllokal waren in den Ergebnisprotokollen statt 314 Stimmen nur 3 verzeichnet. Ein Übertragungsfehler, wie er in einigen Bezirken vorgekommen ist. Der minimale Vorsprung bedeutet für die Grünen, dass sie zwei von fünf Stadtratsposten im Bezirksamt besetzen werden. SPD, Linken und CDU steht jeweils ein Stadtrat zu.

Neue Mandatsverteilung

Der Stimmenzuwachs für die SPD hat aber Auswirkungen auf die Mandatsverteilung im Bezirksparlament. Die SPD erhält nun einen Sitz mehr, sie kommt auf 14 Mandate, sagt Bezirkswahlleiter Rainer Rinner. Damit zieht die Partei mit den Grünen gleich. Die CDU verliert einen Sitz und hat sieben Verordnete.

Für die Grünen soll Stephan von Dassel neuer Bürgermeister werden und Christian Hanke (SPD) ablösen. Derzeit führen die Parteien Gespräche. Die SPD – intern läuft ein Machtkampf – versucht ein Bündnis gegen von Dassel zusammen zu bekommen. Wie es heißt, mit Hilfe von Linken, FDP und Piraten. Rechnerisch wäre das möglich, realistisch erscheint das aber nicht.

Zumal Linke-Bezirkschef Thilo Urchs sagt, man könne sich einen Bürgermeister von Dassel vorstellen. Die Linke selbst will das Stadtentwicklungsressort besetzen. Das wird von Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) geführt, der Stadtrat bleiben will.