Ja. Die Zuschauer merken das zwar nicht unbedingt, weil sie die Fernsehleute ja meist nur auf dem Bildschirm sehen. Wer aber aber selbst mal im Fernsehen war - oh weh! Eine Frau mit Spitznamen Zuckerziege schreibt über ihren ersten TV-Auftritt in einem Weblog: "Es war schlimm, irgendwie. Außerdem haben wir festgestellt, dass ich im Fernsehen dicker aussehe. Seitdem nennt mich Bolle Fettgesicht." Wie gemein. Auch eine gewisse Elle klagt nach ihrem Auftritt bei Richterin Salesch: "Soooooooo viel dicker als in echt, ich war schockiert. Wie dürre müssen Hollywood-Schauspielerinnen sein, wenn die Kamera so viel draufpackt?!?"Die Frage ist berechtigt. In Bezug auf deutsche Stars wurde sie bei www.kurzefrage.com kürzlich diskutiert: "Verona ist spiddeldürr", hieß es da. "Wolfgang Petry ist spiddeldürr, Wilhelm Wieben ist spiddeldürr. Vicky Leandros ist auch spiddeldürr. Ottfried Fischer aber nicht." Bei ihm dürfte es sowieso wurscht sein, ob er optisch ein paar Pfund mehr mitbringt. Ein Kollege aus dem Show-Fach nimmt vor jedem Fernseh-Auftritt indes zwei bis drei Kilo ab, um vorteilhafter rüberzukommen.Männer mit dickem HalsAllerdings spielt der TV-Fettfaktor bei Männern nicht so eine große Rolle. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Liverpool. Während Frauen einfach dicker aussehen, erscheinen Männer muskulöser. Grund: Auf dem Bildschirm wirkte bei ihnen vor allem der Hals kräftiger, als er tatsächlich war, berichtet das Online-Magazin von New Scientist. Die Enttäuschung kommt im wahren Leben: Männliche Fernseh- und Filmstars sehen dann im Vergleich zum Bildschirm oft mickrig aus.Was aber ist der Grund für die scheinbare Gewichtszunahme? Schuld sind die TV-Kameras, für die in der Regel ein Weitwinkelobjektiv verwendet wird. So passt mehr aufs Bild, und der Zuschauer hat vielfältigere Eindrücke, als es ein Normalobjektiv mit dem Blickwinkel des menschliche Auges von rund 45 Grad hergibt. Weitwinkel allerdings bringen Verzerrungen mit sich, der Fachmann spricht von tonnen- und kissenförmigen Verzeichnungen. Augenfällig wird das bei den extrem weitwinkligen Fischauge-Objekten. Durch sie würde selbst Julia Roberts aussehen wie der Bulle von Tölz. Und nicht nur am Hals. Susanne Ehlerding