Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) hat für die Neubenennung von Straßen in Spandau eine Vorschlagsliste mit Frauennamen zusammengestellt. In einer Serie berichten wir von bedeutenden Frauen aus der Havelstadt. Heute: Käthe Heinemann. Das musikalische "Spandauer Wunderkind" Käthe Heinemann wurde am 10. November 1891 als Tochter des Komponisten Wilhelm Heinemann geboren. Für die Broschüre "Frauen in Spandau" hatte Brigitte Willert Information über die Pianistin gesammelt. Käthe Heinemann wuchs in dem nach ihrem Vater benannten "Heinemann-Haus" Behnitz 5 nahe der Schleuse auf. Wilhelm Heinemann hatte dort das Spandauer Konservatorium gegründet, wo er auch seiner begabten Tochter das Klavierspielen beibrachte. Schon früh fiel sie durch ihr technisches Können auf. Nach ihrem ersten öffentlichen Konzert mit zehn Jahren feierten Musikkritiker sie als Wunderkind.Damit sie ihr Talent voll entfalten konnte, übernahm neben anderen auch der Komponist und Pianist Eugen d'Albert die Ausbildung des Mädchens. Schon im Alter von 14 Jahren arbeitete Käthe Heinemann selber als Musikpädagogin und unterrichtete andere begabte Schüler. 1915, mit 24 Jahren, verpflichtete sie die Hüttner-Hochschule für Musik in Dortmund für zwei Jahre für die Meisterklasse, die normalerweise nur Professoren unterichteten. Zehn Jahre später wurde sie sogar in die Prüfungskommission der Berliner Hochschule für Musik berufen.Von 1920 bis 1933 feierte die Virtuosin Erfolge bei großen Orchestern, wie den Berliner und Wiener Philharmonikern, dem Leipziger Gewandhausorchester und dem Kölner Gürzenich-Orchester. Die Spandauerin spielte unter berühmten Dirigenten. Zu ihnen zählten Arthur Nikisch, Otto Kleiber, Schuricht, Casella und Ristenpart.Nach dem Zweiten Weltkrieg trat sie mit dem Rias-Symphonie-Orchester und dem Rias-Kammerorchester auf. Trotz ihres Ruhms gab sie jedes Jahr einen Klavierabend in ihrem Heimatbezirk Spandau. Käthe Heinemann spielte bis ins hohe Alter, selbst an ihrem 80. Geburtstag gab sie ein Konzert.Neben ihrer Leidenschaft für die Musik hatte sie auch eine für das Schwimmen. Bis ins Seniorenalter zog sie täglich ihre Bahnen im alten Militärbad der Wasserfreunde 04. Käthe Heinemann starb 1975 mit 84 Jahren in Spandau. Jenny Kähler (Wird fortgesetzt) +++