Berlin.Zaif zwischen McDonald s, München, und der Deutschen Bahn AG, Berlin: Streltobjekt ist der von McDonald s eingerichtete Spelsewagen ·MeTra in. Dieser fährt nicht den erwarteten Umsatz ein. Deshalb wollte der Fast-Food-Guru aus dem zwischen beiden Unternehmen vereinbarten Vertrag frühzeitig aussteigen. Jetzt wird verhandelt.Der ,MeTrain" ist seit Februar 1993 in Deutschland beiden ICC-Zügen 724 und 754 auf der Linie Hamburg-Berchtesgaden vertreten. Zehn Mann im McDonaid s-Dreß servieren im rollenden Lokal die -- je nach persönlichem Geschmack mehr oder weniger beliebten -- Hackfleisch-Sandwiches wie den "Big Mac" mit Salat und Ketchup. Daneben auch internationale Küche. Die Auswahl liegt zwischen Tortellini, Quiche Lorraine und Spaghetti Bolognese.Erhofft hatte sich Fast-Food-Marktführer McDonald s (Umsatz 1993: rund 2,2 Milliarden Mark) vom Speisewagenprojekt einen kräftigen Schub bei Umsatz und Gewinn. Dies schon deshalb, weil der Schweizer Bruder des ,Mel ram" seit Jahren in den schwarzen Zahlen fährt.Auch die Deutsche Bahn AG, die mit McDonald s 1992 über den MeTrain in Verhandlungen trat, versprach sich vom Image und Service-Angebot des neuen Caterers eine Magnetwirkung auf die Reisenden.ICE macht KonkurrenzDoch das Ergebnis nach einem Jahr Testfahrt ist mehr als mager: Der Pro-KÖpf-Umsatz im Waggon liegt volle zehn bis 15 t rozent unter dem, was in den Münchner Führungsetagen erwartet wurde. McDonald s zog die Notbremse: Der Vertrag mit der Deutschen Bahn AG, der eine Laufzeit von zwei Jahren hat, wurde daraufhin zum 5. August 1994 gekündigt. Da die Bahn AG intervenierte, zog der Gastro-Gigant die Kündigung zurück. Der Vertrag sei jetzt "ausgesetzt", so die neue Interpretation.McDonald s ist sauer. Vorstandschef Gerd Raupeter erwähnt die geringe Auslastung der InterCity-Züge zwischen Berchtesgaden und Hamburg von nur 40 bis 50 Prozent. Erwartet hatte man 75 bis 80 Prozent. Verärgert ist man auch über den InterCityExpreß (ICE), der auf der gleichen Strecke verkehrt und von dem man bei Beginn des Experiments nichts gewußt habe. Dieser schnappt angeblich den langsameren InterCity-Zügen mit den McDonald s-Restaurants die Kundschaft weg.Die Deutsche Bahn AG reagiert gelassener. "Der Vertrag zwischen Deutsche Bahn AG und McDonald s", so Sprecherin Arifried Baler-Fuchs, "ist ein fixer Vertrag." Dieser könne gar nicht einseitig gekündigt werden.Auch die Behauptung Raupeters, McDonald s habe vom IntercitXExpress nicht gewußt, wird von der Bahn-Sprecherin als "nicht korrekt" eingestuft. Immerhin sei der InterCityExpress schon ein halbes Jahr gefahren, als der Vertrag über den MeTrain unterschrieben wurde.Experten-RundeEinen Monat nach dem Eklat scheint es fast, als ob jetzt zwischen den Streit-Parteien wieder Harmonie ausgebrochen ist. Es sei auf beiden Selten zu wenig kommuniziert worden, läßt Vorstandschef Raupeter Töne der Versöhnung anklingen. ,MeTrain", der nach der ursprünglichen Vertragskündigung zum 1. september nicht mehr gefahren wäre, rollt nun erst einmal mit heißen Spezial-Friteusen weiter.Die nächste Woche soll Klarheit bringen. Dann setzen sich die Experten von Bahn und McDonald s an einen Tisch, um über die weitere Zukunft von ,MeTrain" nachzudenken. McDonald s will das Experiment nur fortführen, so ein Sprecher, wenn der Umsatz stimmt. Wie das erreicht werden soll, darüber bewahren beide vorerst Stillschweigen.Im Inneren des rollenden McDonald s-Lokals. Foto: McDonald s