Johannesburg - Nach der großen Trauerfeier mit Staatschefs aus aller Welt wird der südafrikanische Nationalheld Nelson Mandela von diesem Mittwoch an in Pretoria aufgebahrt. Viele Menschen wollen dem Kämpfer gegen die Rassentrennung die letzte Ehre erweisen. Der Friedensnobelpreisträger war am 5. Dezember im Alter von 95 Jahren gestorben.
Bei einer bewegenden Trauerfeier in Johannesburg hatte US-Präsident Barack Obama Mandela am Dienstag als einen „Giganten der Geschichte“ gewürdigt. Er habe die Südafrikaner miteinander versöhnt und Millionen Menschen in aller Welt inspiriert. Auch Familienangehörige und Zehntausende Südafrikaner feierten den Friedensnobelpreisträger.

Der Sarg mit dem Leichnam Mandelas wird im Amphitheater vor dem Regierungskomplex „Union Buildings“ in der Hauptstadt Pretoria aufgestellt. Hier befinden sich auch die Amtsräume des Staatschefs, der Ort, an dem Mandela als erster schwarzer Präsident gearbeitet hat.

Bis Freitag wird der Sarg jeweils am Morgen vom Militärkrankenhaus zu den „Union Buildings“ gebracht, wo Mandela tagsüber aufgebahrt bleibt. Die Regierung ermunterte die Bürger, am Straßenrand auf den Konvoi mit dem Leichnam Mandelas zu warten und diesen so zu ehren.

Die katholische Bischofskonferenz rief dazu auf, in allen Kirchen des Landes die Glocken zu Ehren des Friedensnobelpreisträgers zu läuten. Die anderen christlichen Kirchen wollten sich der Initiative anschließen. Am Mittwoch sollen die Glocken um 12.00 Uhr Ortszeit (11.00 Uhr MEZ) erschallen.

Die Regierungspartei ANC, deren Mitglied Mandela war, veranstaltet von diesem Mittwoch an in zahlreichen Städten des Landes Trauerfeiern. Bis Freitag sind Veranstaltungen zu Ehren Mandelas unter anderem in den Stadien von Bloemfontein (Provinz Freistaat), Kapstadt (Westkap) und Durban (KwaZulu-Natal) geplant.

Am Freitag bringt die südafrikanische Luftwaffe den Sarg von Pretoria in die Provinz Ostkap, wo Mandela in Qunu die letzte Ruhe finden soll. Mandela hatte Qunu einmal als den Platz seiner glücklichsten Kindheitsmomente beschrieben, dort hatte er früher auch Kühe gehütet. In Qunu steht sein Alterswohnsitz, dort gibt es auch ein Mandela-Museum, vor dem am Samstag eine ewige Flamme entzündet wurde. (dpa)