Stolz und Vorurteil, ZDF. Die romantischen Sittenbilder der britischen Gesellschaftschronistin Jane Austen haben derzeit Hochkonjunktur. Mit "Sinn und Sinnlichkeit" und "Emma" fanden ambitionierte Austen-Adaptionen den Weg in die Kinos. Unwillkürlich verglich man damit den BBC-Dreiteiler "Stolz und Vorurteil", den das ZDF über Ostern nachmittags ins Programm nahm.Das Urteil ist zwiespältig. Natürlich waren die Darstellerleistungen bemerkenswert. Natürlich waren die Kulissen und Kostüme vom Allerfeinsten, die Landschaften unvergleichlich grün und schön und die Herrensitze einmalig prächtig. Natürlich wurde mit Eleganz die Zeit der edlen Gefühle beschworen, und die Zuschauer konnten nostalgisch in der Gewißheit schwelgen, daß früher alles viel besser war und sich kleine Komplikationen auf dem Weg zum großen Glück immer rechtzeitig aus dem Weg räumen lassen. Doch im Vergleich mit "Sinn und Sinnlichkeit" beispielsweise fiel auf, daß es den BBC-Machern gerade an jenem Quentchen Distanz fehlte, an jenem feinen Hauch von Ironie, der die süßliche Austen-Geschichte heute überhaupt erst verdaulich macht. So aber fiel sie doch reichlich platt aus. +++