Setzte Syriens Diktator Baschar al-Assad am Mittwoch Chemiewaffen ein? Oder feuerten vielleicht Rebellen selbst die Gasgranaten ab und schoben die Schuld dem Regime zu, um so eine westliche Intervention zu erzwingen? Werden im syrischen Bürgerkrieg überhaupt chemische Waffen eingesetzt? Die Fragen ließen sich schnell klären, wenn das Mandat der UN-Experten, die am Montag in Damaskus eingetroffen sind, um den Einsatz von Chemiewaffen vor einem halben Jahr an drei Orten zu recherchieren, erweitert würde und eine Untersuchung des angeblichen oder mutmaßlichen Massakers vom Mittwoch einschlösse. Dagegen aber wehren sich Russland, China und ihr Schützling in Damaskus.

Assad kann kein Interesse an einem Einsatz chemischer Waffen haben, solange die UN-Experten im Land sind. Möchte man meinen. Weshalb aber lässt er dann eine Untersuchung nicht zu? Würden die Resultate ihm recht geben, wäre die Opposition nachhaltig blamiert. Sollte sich aber – mit oder ohne UN-Experten – herausstellen, dass im bisher größten Massaker des syrischen Bürgerkriegs über tausend Menschen im Gas umgekommen sind, könnte sich US-Präsident Barack Obama nicht mehr hinter die rote Linie zurückziehen, die er vor genau einem Jahr in aller Öffentlichkeit gezogen hat.

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