Die Provinzregierung von Khyber Pakhtunkhwa drohte mit einer Unterbrechung der Nato-Versorgungslinien ins benachbarte Afghanistan an. Kämpfer der pakistanischen Taliban beerdigten Mehsud vor Sonnenaufgang an einem geheimen Ort. Zu seinem Nachfolger wurde die bisherige Nummer Zwei der Taliban, Khan Said, bestimmt, der unter anderem einen Großangriff auf eine pakistanische Marinebasis 2012 organisiert haben soll.

„Die Ermordung Hakimullahs ist der Mord an allen Bemühungen, Frieden zu schließen“, sagte Nisar. „Die Amerikaner sagen, dass sie uns dabei unterstützen, Frieden zu schaffen. Ist das ihre Art der Unterstützung?“ Die pakistanische Regierung bestellte den US-Botschafter ein. Die Taliban hatten am Freitag erklärt, die Gespräche hätten noch nicht begonnen. Nach unbestätigten Meldungen hatte Mehsud vor seiner Tötung an einem Treffen mit 25 Taliban-Anführern teilgenommen, bei dem es um die Haltung zum Gesprächsangebot der Regierung ging. Die Regierung in Islamabad hat wiederholt die Angriffe der US-Luftwaffe und des Geheimdienstes CIA mit unbemannten Flugzeugen auf ihrem Staatsgebiet verurteilt.

Ein Sprecher der Provinzregierung von Khyber Pakhtunkhwa erklärte, das Provinz-Parlament werde am Montag darüber abstimmen, ob die Nachschubwege der Nato nach Afghanistan gekappt werden sollten. Eine der wichtigsten Versorgungsrouten läuft über den Khyber-Pass.

Taliban kündigen Vergeltung an

Mehsud war am Freitag getötet worden. Aus Furcht vor weiteren Drohnenangriffen wurde er nach Angaben von Aufständischen und Mitgliedern des pakistanischen Geheimdienstes am frühen Samstagmorgen im Schutz der Dunkelheit beigesetzt. Ein Sprecher der Islamisten-Gruppe kündigte Vergeltungsangriffe an: „Jeder Tropfen seines Blutes wird sich in einen Selbstmordattentäter verwandeln.“
Mehsud war einer der meistgesuchten Männer Pakistans. Zahlreiche Anschläge mit vielen Toten sollen auf sein Konto gehen. Die USA hatten ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt. Er übernahm im August 2009 die Führung der pakistanischen Taliban, nachdem sein Vorgänger und Mentor Baitullah Mehsud ebenfalls bei einem Drohnenangriff getötet worden war. Auch dessen Vorgänger war auf die gleiche Art zu Tode gekommen. (Reuters)