Tarifrunde abgebrochen / Mehr Lohn in Ost-Chemie: Volkswagen verzichtet auf Zeitarbeitsfirma

Hannover/Berlin. Reuter VW ist bereit, auf eine eigene Zeitarbeitsfirma zu verzichten. In der Ost-Chemie gibt es mehr Lohn und 100 Prozent Krankheitsgeld.Nach der dritten Tarifrunde der für die 90 000 VW-Beschäftigten in Westdeutschland sagte IG Metall-Verhandlungsführer Jürgen Peters, VW habe zugesagt, "das Thema Zeitarbeitfirma zu beerdigen." Mögliche Neueinstellungen sollten innerhalb des Haustarifvertrages vorgenommen werden. VW hatte erwogen, Arbeiter in einer Tochterfirma anzustellen und niedriger zu bezahlen. VW-Verhandlungsführer Jochen Schumm sagte, es seien Lösungen innerhalb des Haustarifvertrages denkbar. Die Tarifrunde wurde dennoch abgebrochen. "VW war nicht bereit, mit uns über Neueinstellungen zu reden", sagte Peters. Laut Schumm überprüft VW derzeit die gesamte Personallage. Eine Aussage darüber, ob Neueinstellungen erforderlich seien, könne erst in den nächsten Tagen oder Wochen getroffen werden. Dies habe der Gewerkschaft aber nicht genügt.Die mehr als 30 000 Beschäftigten in der ostdeutschen Chemieindustrie erhalten ab 1. Oktober 2,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Darauf einigten sich der Arbeitgeberverband Chemie und die IG Chemie-Papier-Keramik gestern. Die Entgeltfortzahlung bei Krankheit beträgt ab 1. Mai wieder 100 Prozent, Mehrarbeit und Zuschläge werden aber nicht berücksichtigt. Die Tarifrunden bei den Banken und im nordrhein-westfälischen Einzelhandel wurden vertagt. +++