BERLIN, 16. März. Der Lizenzantrag an den Deutschen Fußball-Bund war seine letzte Tat. Am Donnerstag gab Zweitligist Tennis Borussia Berlin die Trennung von Manager Jan Schindelmeiser bekannt, dem Vorstandsmitglied des Vereins und Geschäftsführer der TeBe-Fußballkommanditgesellschaft auf Aktien. Jedoch war dies kein Rauswurf, wie zuletzt kolportiert wurde - im Gegenteil: Die Verantwortlichen hätten ihn gerne gehalten, doch Schindelmeiser "wollte nicht mehr", wie es nun auch Vorstandschef Erwin Zacharias betont.Seit zwei Monaten stand für Schindelmeiser fest, seinen im Juni auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Es überraschte nur, dass die Trennung mit sofortiger Wirkung erfolgte. "Mit dem Gesamtkonstrukt TeBe kann ich mich nicht mehr identifizieren", sagt Schindelmeiser. "Ich habe andere Vorstellungen von der professionellen Führung eines Vereins." Die wachsende Einflussnahme des Geldgebers Göttinger Gruppe und die ständigen Attacken von Trainer Winfried Schäfer haben Schindelmeiser den Spaß an der Arbeit geraubt. Somit ist auch bei TeBe das Manager-Modell gescheitert. Wie in Karlsruhe und Stuttgart duldete Schäfer keinen sportlichen Fachmann neben sich. Die Klubführung stellte sich auf die Seite des Trainers, um den Erfolg nicht zu gefährden. "Wir haben noch zwölf wichtige Spiele", so Zacharias, "da mussten wir klare Verhältnisse schaffen."28-Millionen-EtatEs gibt weitere Personalentscheidungen bei TeBe: Neuer Marketingchef wird Manfred Zielsdorf, bisher bei der Sportartikelfirma Reebok beschäftigt; zum Prokuristen der KGaA wurde Pressechef Michael Plassmann bestellt. Sportlich plant TeBe zweigleisig. Mit 26 Millionen Mark Etat für die zweite und 28 Millionen für die erste Liga. So die offiziellen Zahlen. Erstmals räumte Zacharias ein, dass man sich beim angesetzten Budget für die laufende Saison (offiziell 17,5 Millionen) verkalkuliert habe: "Es gibt da eine Überschreitung, die wir dem DFB mitgeteilt und auflagenkonform abgedeckt haben." Zahlen nannte er nicht, doch gut informierte Kreise sprechen von einem mittlerweile fast doppelt so hohen Etat - also rund 35 Millionen. Mit einer von Zacharias Göttinger Gruppe zu begleichenden Unterdeckung von etwa 25 Millionen, die der Klub nicht selbst erwirtschaften kann.Für die neue Saison plant der Konzern angeblich Zuschüsse in Höhe von 20 Millionen Mark ein. Das lässt darauf schließen, dass der wahre Etat auch bei Ligaverbleib wieder jenseits der 30 Millionen liegen wird - es sei denn, der Sponsor setzt den Rotstift an. Das schloss Zacharias aus, selbst bei Nichtaufstieg bleibe "der Einsatz unverändert". Man plane mit 20 000 Zuschauern im Schnitt für die Bundesliga und einem Fünftel davon für Liga zwei. 1999 habe TeBe drei Millionen Mark Überschuss erwirtschaftet. Eine Zahl die bei den geringen Zuschauer- und Werbegeldern ebenfalls nur durch den Einsatz des Klubeigners zu erklären ist - und ansatzweise damit, dass das Team der letzten Saison (die zur Hälfte mit eingerechnet wird) wesentlich günstiger war als das aktuelle, das auf Erstliganiveau entlohnt wird.