Berlins größtes Geschäft für Unterhaltungselektronik hat einen neuen Namen. TEMA heißt seit Beginn des neuen Jahres "ProMarkt". Außer dem Namen ändert sich vorerst nichts im selbsternannten Superstore im Kudamm-Karree. Das Sortiment bleibt dasselbe, der Eigentümer auch. Die Wegert-Gruppe, die TEMA im November 1995 eröffnet hatte, steht nämlich als Betreiber (damit unter anderem zuständig für den Einkauf) auch hinter den Berliner ProMärkten. ProMarkt hat letztes Jahr expandiert: Dreizehn neue Geschäfte wurden in Berlin und Umgebung aufgemacht.Die Kette ist so erfolgreich, daß nun TEMA dran glauben muß. Zwar war TEMA immer profitabel, wie Firmensprecher Uwe Wesemann betont. In der Branche galt es jedoch als offenes Geheimnis, daß TEMA zu groß ist, um die Gewinne zu erwirtschaften, die in kleineren Filialen mit geringeren Mietkosten erzielt werden können: Das Geschäft hat eine Fläche von 8000 Quadratmetern, 2500 mehr als der Hauptkonkurrent Saturn am Alex. Mit der Namensänderung hofft die Wegert-Gruppe nun, ihr Flaggschiff besser am Markt zu positionieren. "ProMarkt ist einfach die bekanntere Marke", erklärt Wesemann. Außerdem werden in Folge der Namensänderung die Werbekosten sinken, da das ehemalige TEMA-Haus nun in die ProMarkt-Werbung einbezogen werden kann.Der Berliner Markt für Unterhaltungselektronik gilt als der umkämpfteste in Deutschland ­ ein Haifischbecken, in dem kleinere Fische von den großen bedrängt werden.Unter den Großen ist die expansionsfreudige Metro, zu der Saturn und Media Markt gehören, der Hauptkonkurrent für das Familienunternehmen Wegert. Im Herbst eröffnet ein Saturn-Markt am Potsdamer Platz, auch Media Markt wird dieses Jahr mindestens eine neue Filiale eröffnen. Schlechte Wirtschaftslage und sinkende Kaufkraft führen dazu, daß sich die Märkte mit Werbekampagnen die Kunden abzujagen vesuchen. "Es findet ein knallharter Verdrängungswettbewerb statt", sagt Klaus Werner, Geschäftsführer von Saturn am Alex.Während sich die Großen mit Sonderangeboten bekriegen, kämpfen kleine Läden ums nackte Überleben. "Der Fach-Einzelhandel kann bei den Kampfpreise der Großanbieter nicht mithalten", sagt Gernot Bazin vom Radio- und Fernsehfachverband. Er erinnert an die Pleite des Traditionsgeschäfts Radio Rading im September. "Es werden 1998 weitere zumachen."