Mehr als 350 Menschen hatten auf dem Zehlendorfer Waldfriedhof an der Trauerfeier für die SFB-Moderatorin Juliane Bartel teilgenommen. Vor fast vier Monaten war die beliebte Journalistin im Alter von 52 Jahren gestorben. Doch kaum jemand weiß, wo ihre letzte Ruhestätte liegt. Denn Juliane Bartel wollte anonym bestattet werden, in einem Urnengrab unter grünem Rasen. Erst jetzt gab ihr Testamentsvollstrecker und Freund Klaus Dethloff den Freunden einen Ort zum Trauern bekannt: das Urnengrabfeld D 5 b auf dem Wilmersdorfer Friedhof an der Berliner Straße. Die Post trauernder Fernsehzuschauer, die Juliane Bartel vermissen, kam beim SFB wäschekorbweise an. Als Moderatorin der Talkshow "III nach Neun" war sie ebenso beliebt wie als Frontfrau des SFB-Magazins "Alex". Doch aller Prominenz und Beliebtheit zum Trotz die Grabstelle war bislang unbekannt.Um den Verbleib ihrer Asche rankten sich die wildesten Gerüchte: Sie sei auf einer Wiese verstreut, im Meer versenkt oder gar über dem Krater eines Vulkans aus dem Flugzeug geworfen worden, so lauteten die Vermutungen. Klaus Dethloff wollte den Gerüchten ein Ende machen. Er glaubt, damit nicht gegen Juliane Bartels letzten Willen zu verstoßen: "Sie wollte nur niemandem zur Last fallen und vermeiden, daß sich jemand mit der Gießkanne um ihr Grab kümmern muß", sagte er am Montag. Das bedeute jedoch nicht, daß niemand wissen dürfe, wo ihre Urne liege. Auf dem Friedhof ist diese ganz in der Nähe des Mittelgangs im zweiten Quartier des Grabfeldes D 5 b in den Boden gelassen worden; weder Schild noch Grabstein markieren den genauen Platz, und die Friedhofsverwaltung hält das 33mal 33 Zentimeter große Quadrat geheim. Ganz in der Nähe hat jemand eine einzelne Rose in den frischen grünen Rasen gesteckt. (se.)