Sie zerfleischen sich bis zum bitteren Ende, angeheizt von einer Masse blutrünstiger, wettsüchtiger Zuschauer. Erst wenn einer der beiden Gegner wehrlos oder gar leblos auf dem Rücken liegt, ist das grausame Spiel vorbei. Erst dann sind die Männer am Rande der Arena zufrieden.Bei amerikanischen Hahnenkämpfen gelten ähnliche Regeln wie beim Duell zwischen Pitbulls, jenen Kampfhunden, die schon als scharfe Waffen gegen Menschen eingesetzt wurden. Der Stärkere siegt. Die Tiere werden geboren, um zu kämpfen, um so lange zu töten, bis sie selbst von einem stärkeren Gegner besiegt werden.Vor etwa 3 000 Jahren wurde der Wettkampf von Asien über Indien nach Europa gebracht. Englische Kolonisten machten "Cockfights" auch in der neuen Welt zu einem beliebten Wettsport, bei dem heute viel Geld im Spiel ist. Mitunter sogar sehr viel Geld.Die Hähne werden ausschließlich zum Kämpfen gezüchtet und sind bis zu 10 000 US-Dollar wert. Manche Tiere, auf die hohe Einsätze gewettet werden, sind Kreuzungen aus Fasan und Huhn. Sie gelten als besonders angriffslustig. Den Besitzern ist jedes Mittel recht, um den Kampf spannender und blutiger zu machen. Aggression gesteigert Damit das Geflügel auch kräftig genug ist, erhält es muskelfördernde Steroide. Vor einem Duell wird die Aggression gesteigert, indem mehrere Tiere in ihren Käfigen eng zusammengestellt werden. Für den Kampf wird den Streithähnen eine Kralle entfernt. Statt dessen wird ein messerscharfer Metallsporn eingesetzt - das Publikum will Blut sehen. Damit nicht nach drei Minuten alles vorbei ist, verabreichen die Besitzer dem Geflügel schmerzlindernde Mittel, die bewirken, daß das blutige Spiel erst nach zehn Minuten beendet ist. Obwohl Hahnenkämpfe fast überall in den USA gesetzlich verboten sind, macht die amerikanische Tierschutzorganisation (ASPCA) immer neue Geheimplätze ausfindig, an denen die brutalen Tierkämpfe ausgetragen werden. Nach mehreren Monaten verdeckter "Untergrundarbeit" konnten kürzlich Polizei und Tierschützer in einem zur Kampfarena umgebauten Kino in der New Yorker Bronx 286 Zuschauer und Organisatoren eines Hahnenkampf-Turnieres festnehmen. Den Zuschauern drohen kleinere Geldstrafen oder Haft von bis zu einem Jahr. Razzia in New York Die Veranstalter der illegalen Wettkämpfe müssen mit Geldbußen von maximal 25 000 Dollar und bis zu vier Jahren Haft rechnen. Bei der großangelegten Razzia konnten auch mehr als einhundert Tiere beschlagnahmt werden. Noch lebende Hähne mußten jedoch später eingeschläfert werden, da sie nach Angaben der Tierschutzorganisation für den Hausgebrauch zu aggressiv waren. Offener Krieg Seit vergangenem Juni konnte die ASPCA mehr als 1 600 Kampfvögel aus dem Verkehr ziehen. Rund 520 Menschen wurden mit Unterstützung der Polizei festgenommen. In dem 129jährigen Bestehen der Organisation war die New Yorker Razzia der bisher größte Erfolg. "Wir führen einen offenen Krieg, um diesen Leuten das Handwerk zu legen", sagte ASPCA-Beauftragter Robert O'Neill. "Das ist ein grausamer, verbotener und blutiger Sport, und wir werden alles tun, was wir können, um ihn zu stoppen." +++