Am 22. August soll es ein großes Fest am Köllnischen Park geben. Gefeiert wird das 70-jährige Bestehen des Bärenzwingers, in dem die beiden Stadtbärinnen Maxi (23) und Schnute (28) leben. Doch wenn es nach Berlins Tierschutzbeauftragtem Klaus Lüdcke geht, haben die Braunbären die längste Zeit dort gelebt. Er will sie aus dem Zwinger befreien und stattdessen lieber in einem Bärenpark an der Müritz oder am Niederrhein unterbringen. Oder in einem zweiten Berliner Bärenschaufenster im Zoo. "Im Bärenzwinger ist den Tieren jedenfalls kein der Natur entsprechendes Leben möglich", so Lüdcke.Er bemängelt, dass die Bären nicht genug Platz hätten, dass sie nicht graben könnten und anders als in freier Wildbahn ihr Futter sehr schnell finden würden. Außerdem könnten die Raubtiere nicht richtig baden. Die Anlage ist 480 Quadratmeter groß. "Sie müsste doppelt so groß sein", sagt Lüdcke. Er setzt auf ein neues Säugetiergutachten. Das wird vom Bundeslandwirtschaftsministerium in Auftrag gegeben und regelt die Haltung von Tieren, die öffentlich zur Schau gestellt werden. Das letzte Gutachten stammt von 1996. Im Bundeshaushalt seien inzwischen Mittel für ein neues Gutachten eingestellt, so Lüdcke. Das werde in zwei bis drei Jahren zu einem Ergebnis kommen. "Und dann sehe ich für den Zwinger schwarz."Alles Quatsch, meint Pflegerin Brigitte Kutzner, die sich mit einer Kollegin um Maxi und Schnute kümmert. Kutzner arbeitet seit 1990 im Bärenzwinger. Sie sagt, dass eine artgerechte, der Natur entsprechende Haltung sowieso nicht möglich sei - auch nicht im Zoo oder im Tierpark. "Das würde ja bedeuten, dass die Bären quadratkilometerweise Platz hätten und sich ihr Futter selber suchen müssten", so Kutzner. "Und in einem Bärenpark müssten unsere Tiere mit den alteingesessenen Bären um ihr Territorium kämpfen." Auch eine Vergrößerung des Geheges sei für die Tiere wegen der Bauarbeiten viel zu aufregend. Die Pflegerin verteidigt die Haltung im Zwinger: "Bei uns können die Tiere im Rindenmulch metertief graben, es gibt Wassergräben zum Schwimmen und die Bären können im Sommer jederzeit ins kühle Haus gehen."Gegenwind bekommt Lüdcke auch vom Verein Berliner Bärenfreunde. "Der Tierschutzbeauftragte kommt jedes Jahr wieder mit dieser Forderung", sagt die Vorsitzende Christa Junge. Sie verweist auf eine Veröffentlichung des Senats vom Dezember 2008. Darin heißt es, dass aus tierschutzrechtlichen Gründen keine Notwendigkeit zur Umsetzung der Bären bestehe, da sowohl das Areal als auch die Einrichtung den Vorgaben genüge. Im Berliner Zoo und im Tierpark wäre für Maxi und Schnute sowieso kein Platz. Braunbären könnten nicht in bestehende Gruppen aufgenommen werden, so eine Sprecherin.------------------------------"Wir haben im Zwinger normale Zoo-Bedingungen." Brigitte Kutzner, Tierpflegerin