Der vor anderthalb Jahren abgesetzte frühere S-Bahn-Chef Tobias Heinemann hat einen neuen Arbeitsplatz - in Afrika. Der promovierte Jurist, der auf dem Höhepunkt der damaligen S-Bahn-Krise seinen Posten als Sprecher der Geschäftsführung räumen musste, ist seit einigen Wochen wieder Bahnmanager. In Nairobi arbeitet Heinemann für die von Investoren getragenen Rift Valley Railways, die den Bahnverkehr in Kenia und Uganda entwickeln wollen. "Er ist Chief Marketing and Commercial Officer", erfuhr die Berliner Zeitung gestern in dem Unternehmen.Tobias Heinemann hatte im Mai 2007 den damaligen S-Bahn-Chef Günter Ruppert abgelöst - mit nur 36 Jahren. Er war dafür verantwortlich, den von der Deutschen Bahn (DB) verordneten eisernen Sparkurs, den Kritiker als eine Ursache des S-Bahn-Chaos' sehen, umzusetzen. Im Sommer 2009 wurde schließlich bekannt, dass Fahrzeuguntersuchungen, die das Unternehmen dem Eisenbahn-Bundesamt zugesagt hatte, unterblieben waren. Insider sagten, dass Heinemann über die Schlampereien nicht informiert war. Wie dem auch sei: Am 2. Juli 2009 setzte die Konzernführung die gesamte S-Bahn-Chefriege ab. Heinemanns Nachfolger wurde ein guter Bekannter: Peter Buchner von DB Regio.Heinemann durfte zwar bei der DB bleiben und bezog weiterhin ein hohes Gehalt, doch eine neue Aufgabe fand sich dort für ihn nicht mehr. Auf seinem neuen Managerposten ist er nun dafür zuständig, den Marktanteil der jahrzehntelang vernachlässigten Eisenbahn in Kenia und Uganda wieder zu vergrößern. Dazu gehören Pläne, in Nairobi, Kisumu und Mombasa regionale Bahnsysteme aufzubauen - vergleichbar mit der S-Bahn. Heinemanns Ehefrau und die drei Kinder leben weiter in Berlin-Zehlendorf.Auch Heinemanns ebenfalls geschasste Geschäftsführerkollegen haben wieder Arbeit. So ist Thomas Prechtl, ehemals für die S-Bahn-Finanzen zuständig, jetzt bei der Vineta Verkehrsgesellschaft in Kiel. Peter Büsing (Produktion) ist Chef der Autotransport Logistik GmbH. Sein Vorgänger bei der S-Bahn, der als Ober-Sparkommissar heftig kritisierte Ulrich Thon, leitet den Eigenbetrieb des Ostseebads Laboe.------------------------------Foto: Tobias Heinemann ist jetzt in Nairobi tätig.Foto: Es gibt viel zu tun, um den Eisenbahnverkehr in Kenia zu optimieren.