GRÜNAU. Ein Jahrhundert lang waren sie die Zierde des Ortsteils, doch seit der Wende sind sie ein Ärgernis in Grünau: die verfallenen Traditionslokale Gesellschaftshaus und Riviera an der Regattastraße. Seit Anfang Juli haben beide Häuser eine neue Eigentümerin. Eine Geschäftsfrau aus Ankara plant dort einen Neubau, wie ihr Bruder Selahattin Erdem sagt: "Wir wollen dort ein Kongresshotel bauen." Die Lage am Wasser sei sehr schön, und wenn der Großflughafen im nahen Schönefeld fertig sei, verspreche man sich viele Besucher.Erste Gespräche hat es mit dem Bezirk gegeben. Baustadtrat Rainer Hölmer (SPD): "Wir sind froh, dass sich jemand dieses Ensembles annimmt." Man sei "sehr offen" für die Gestaltung. Beide Gebäude stehen unter Denkmalschutz - mit ein Grund dafür, wieso es lange Jahre viele Interessenten, aber nie einen Käufer gab. "Für uns ist die Seele beider Häuser wichtig", so Hölmer. Im Klartext: Zwei Säle müssen in einen Neubau integriert werden, der Rest kann abgerissen werden.Die Riviera stammt aus dem Jahr 1895. Es gab dort eine mit Palmen gesäumte Tanzdiele im Freien sowie mehrere Säle. In den 1930er-Jahren galt es unter Musikern als Auszeichnung, dort spielen zu dürfen. Auch das benachbarte Gesellschaftshaus aus dem Jahr 1898 war eine renommierte Adresse. Außer dem großen Saal mit kunstvoller Stuckdekoration gab es dort einen Hochzeitssaal mit Butzenscheiben.Im Ortsteil ist man gespannt auf die Entwicklung. "Wir sind froh, wenn wieder viele Gäste nach Grünau kommen", sagt Cornelia Beiche vom Ortsverein. (sk.)