Freunde, Kollegen und ihr Publikum nahmen am Freitag Abschied von Juliane Bartel. Die beliebte Radio- und Fernsehmoderatorin war am 3. April nach schwerer Krankheit gestorben.Die Trauerhalle auf dem Waldfriedhof Zehlendorf war überfüllt. Dahinter auf dem Rasen noch mal einige hundert Trauernde, die den Reden lauschten. Die waren stellenweise wie Juliane Bartel: sehr deutlich, unbequem. So fragte der Bartel-Freund Klaus Dethloff, was wohl passiert wäre, wenn sie nicht am 3. April gestorben wäre und hätte mit ansehen müssen, wie die Gewaltigen von Radio Bremen bei ihrer Sendung "III nach 9" ihren ausdrücklichen Wunsch ("Laßt meinen Stuhl frei, bis ich wieder gesund bin.") ignorierten. Sie hätte wohl ein ziemliches Donnerwetter veranstaltet und damit Recht gehabt.Erich Böhme würdigte seine 52jährige Kollegin: "Jeden hat sie unbestechlich angefaßt, niemanden unbarmherzig angepackt." Durch ihre Präsenz in Berliner Radiosendungen der 70er und 80er Jahre sei ihre Stimme in Ost wie West gleichermaßen bekannt gewesen. SFB-Intendant Horst Schättle erinnerte daran, daß sich Juliane Bartel nie in die "effekthascherischen Niederungen des Infotainments" begeben habe. "Sie war keine Populistin, sie war eine neugierige, bestechend formulierende Journalistin." Die Urne mit der Asche Juliane Bartels wird demnächst anonym beerdigt. Die Journalistin hatte sich gewünscht, daß ihre Asche auf einer Wiese verstreut wird. (kurz.)