LUCKAU. Die Dörfer entlang der Niederlausitzer Eisenbahn heißen Gröditsch, Bückchen, Lebusa oder Hohenbucko. Doch die Stationen liegen oft einsam, kilometerweit von den Häusern entfernt. Nur drei größere Orte befinden sich an dem 113 Kilometer langen Schienenstrang von Beeskow nach Falkenberg: Lübben, Luckau, Herzberg. So war es kein Wunder, dass die Reisezüge meistens leer über die Gleise rumpelten. Zwischen 1995 und 1998 bestellte das Land Brandenburg den Regionalbahnverkehr nach und nach ab. Dennoch will ein Unternehmen aus Schönefeld erneut Züge auf der Niederlausitzer Eisenbahn fahren lassen - ohne Geld vom Staat. Damit wird erstmals in diesem Bundesland eine stillgelegte Strecke reaktiviert. Die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) möchte die Trasse südlich von Berlin mit einem gemieteten Doppelstock-Triebwagen wieder in Betrieb nehmen - an Wochenenden und Feiertagen. "Am 22. April starten wir zwischen Lübben und Luckau. Damit wollen wir den Besuchern der Landesgartenschau eine attraktive Alternative zum Bus bieten", sagte DRE-Geschäftsführer Gerhard J. Curth der "Berliner Zeitung". Wenn der zweistündlich verkehrende Regionalexpress aus Berlin in Lübben eintrifft, soll der rotlackierte Diesel-Shuttle startbereit auf Anschlussreisende warten. Am 28. Mai wird das Einsatzgebiet des Fahrzeugs bis nach Falkenberg ausgedehnt. Ab Sommer soll der Schienenbus des Herstellers Bombardier die gesamte Strecke von Beeskow nach Falkenberg bedienen. Am 15. Oktober will das Unternehmen den Testbetrieb vorerst wieder beenden. Auf Subventionen muss die DRE verzichten. Das Land und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) sähen die Wiederbelebung der Bahn mit Skepsis, sagte Curth: "Beide wollen bei den Bürgern keine Begehrlichkeiten wecken." Darum war auch kein gemeinsamer Tarif mit dem VBB möglich. Für die Fahrgäste im Schienenbus gilt der DRE-Fahrpreis: 26 Pfennig pro Kilometer. Dabei habe diese Strecke durchaus "Potenzial" - nicht nur im Ausflugsverkehr. Curth: "Auch viele Einheimische würden lieber mit dem Zug als mit dem Bus fahren, weil der Komfort und die Anschlussicherheit größer sind. Eine VBB-Studie weist nach, dass es auf Teilstrecken Bedarf für die Bahn gibt." Das Unternehmen des Deutschen Bahnkundenverbands, das die Bahnlinie 1998 von der DB übernahm, will mit dem Probebetrieb Erfahrungen sammeln. Curth: "Danach kommt es darauf an, dass man Druck für diese Strecke macht."