BERLIN. In der rot-grünen Koalition wird über eine bessere soziale Abfederung der Arbeitsmarktreform nachgedacht. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) plädierte für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes, um das Einkommensniveau nach unten abzusichern. "Ich würde das für einen richtigen Schritt halten", sagte Trittin der Berliner Zeitung. "Das könnte Menschen, die im Zusammenhang mit den Reformen große Befürchtungen haben, Sorgen nehmen." Der Minister stellte aber klar, dass er diesen Schritt nur gemeinsam mit den Gewerkschaften gehen wolle. "Das ist keine Sache, die die Bundesregierung alleine durchziehen kann", sagte Trittin. Die Gewerkschaften sind sich beim Thema Mindestlohn uneins. Auch in der SPD und bei den Grünen wird das Thema kontrovers diskutiert. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) gilt als Gegner eines Mindestlohnes. Eine Arbeitsgruppe von SPD und Gewerkschaften will bis zum Herbst Vorschläge zum Thema Mindestlohn machen. Seiten 1 und 6