Im Hauptberuf arbeitet Udo Schultz (52) als Beamter in der Datenzentrale Schleswig-Holstein - in seiner Freizeit ist er engagiertes "Mensa"-Mitglied. Mensa ist eine "Vereinigung der intelligentesten Menschen der Welt", und Schultz ist einer von ihnen. Von der Natur mit einem Intelligenzquotienten (IQ) von 143 - der Durchschnitt liegt bei 100 - ausgestattet, ist er seit kurzem der weltweite Chef der Vereinigung.Sie wurde 1946 in Großbritannien gegründet und hat weltweit etwa 120 000 Mitglieder, davon 1 700 in Deutschland. Der Club erteilt unter anderem Ratschläge, wie man seine intellektuelle Begabung einsetzen kann und dient außerdem dazu, Gedanken und Anregungen auf internationaler Ebene auszutauschen."Für mich ist die Intelligenz eines Menschen nur ein Ausschnitt seiner Persönlichkeit, den man nicht überbewerten sollte", sagt Schultz. Er hat nach seinem Abitur nicht studiert und wird auch weiter als Beamter für die Datenzentrale arbeiten. Auf seinen hohen Intelligenzquotienten wurde er "aus reiner Neugier" aufmerksam, als er Ende der siebziger Jahre in einer englischen Zeitung einen IQ-Test fand und ausfüllte. "Danach erhielt ich den Rat, mich mit der Organisation Mensa International in Verbindung zu setzen." Um Mitglied zu werden, mußte er in einem wissenschaftlich abgesicherten Test einen Intelligenzquotienten von mindestens 131 nachweisen. Von 1984 bis 1991 war Schultz Vorsitzender von Mensa Deutschland, ab 1991 wurde er internationaler Entwicklungsdirektor. Er war damit im Vorstand für die Entwicklung, Beratung und Betreuung der bestehenden oder entstehenden nationalen Mensagruppen in aller Welt zuständig, wie etwa in den Vereinigten Emiraten, in Albanien oder Korea. Ob bei nationalen oder internationalen Treffen, ob man sich kenne oder nicht - sofort fühle man sich wohl, sagt er. Außerdem gehe es bei den Treffen stets lustig zu: "Kein Mitglied muß jeden Tag beweisen, wie schlau es ist."Julia Grossmann