BERLIN. Der Überfall auf zwei Ausländer im Mai 2008 in Burg bei Magdeburg bleibt ungesühnt. Das Amtsgericht in der sachsen-anhaltinischen Stadt sprach gestern den Angeklagten Benny N. mangels Beweisen frei. Die Staatsanwaltschaft prüft eine Berufung gegen das Urteil.Dem vorbestraften N., dem das Gericht eine tiefe Verwurzelung in der rechten Szene bescheinigte, war gefährliche Körperverletzung vorgeworfen worden. Aus einer Gruppe von 15 unbekannt gebliebenen Personen heraus soll er vor einer Diskothek in Burg einen Asylberechtigten aus Saudi-Arabien angegriffen und schwer am Knie verletzt haben. Auch Aliou S. aus Guinea wurde bei dem Angriff verletzt. Über das Schicksal von Aliou S., der bis vergangenen Sommer acht Jahre lang in einem Asylbewerberheim in Burg lebte und sich in dieser Zeit wegen der Anfeindungen in der Stadt kaum auf die Straße wagte, hatte die Berliner Zeitung im Juli 2009 berichtet.Die Richter in Burg begründeten den Freispruch des Angeklagten N. damit, dass ihm eine individuelle Täterschaft nicht nachgewiesen werden könne. Zwar erkannte das Opfer aus Saudi-Arabien vor Gericht den Angeklagten als seinen Peiniger. Weil er allerdings in einer früheren Vernehmung drei Monate nach der Tat ein Lichtbild von Benny N. nicht mit hundertprozentiger Sicherheit identifizieren konnte, überzeugte die Zeugenaussage das Gericht nicht. Das zweite Opfer, Aliou S., hatte wegen seiner bei dem Angriff erlittenen Augenverletzung keine Möglichkeit, den Täter zu erkennen.Keine Rolle spielten vor Gericht die polizeilichen Ermittlungspannen nach dem Angriff. So waren die Beamten erst zehn Minuten nach dem Notruf aus ihrem nur einhundert Meter entfernten Revier am Tatort eingetroffen. Dort hatten sie es versäumt, die Personalien der Tatverdächtigen festzustellen. Angeblich sei die Situation zu bedrohlich gewesen, so ein Beamter vor Gericht.Auf dem Revier weigerten sich die Polizisten außerdem zunächst, eine Anzeige der Opfer aufzunehmen. "Was wollt ihr denn noch, wir haben euch doch den Arsch gerettet", hatte einer der Beamten gesagt. Eine Sprecherin der Mobilen Opferberatung sagte nach dem Prozess gestern, es sei deutlich geworden, "dass die Polizei in Burg keinerlei Interesse an einer Aufklärung des Angriffs hatte".------------------------------"Was wollt ihr denn noch, wir haben euch doch den Arsch gerettet." Ein Polizist zu den Opfern