Nach Einstellung der Abhöraktionen gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel belauscht der US-Geheimdienst NSA einem Zeitungsbericht zufolge umso intensiver die engsten Vertrauten der Regierungschefin. „Wir haben die Order, keinerlei Informationsverluste zuzulassen, nachdem die Kommunikation der Kanzlerin nicht mehr direkt überwacht werden darf“, zitierte die „Bild am Sonntag“ einen ranghohen NSA-Mitarbeiter in Deutschland. Daher kämen nun die engsten Vertrauten Merkels ins Visier, unter ihnen Bundesinnenminister Thomas de Maiziere.

Bei den abgehörten Merkel-Telefonaten sei den Geheimdienstlern aufgefallen, wie eng das Vertrauensverhältnis der beiden Politiker sei, berichtete die Zeitung. Vor bedeutenden Entscheidungen habe die Kanzlerin de Maiziere mehrfach am Telefon um Rat gefragt. „Was soll ich denken?“, habe sie sich zum Erstaunen der Lauschenden bei ihm erkundigt. De Maiziere hätten die USA bereits im vergangenen Jahr abgehört, als er im Gespräch für den Posten des Nato-Generalsekretärs gewesen sei, der nicht ohne Zustimmung der USA vergeben wird. „Wir wollten wissen, ob er für uns wirklich ein verlässlicher Partner ist“, begründete der Geheimdienstler den Lauschangriff dem Bericht zufolge.

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