MARZAHN/AHRENSFELDE. Seit fast 20 Jahren ist eine Umgehungsstraße für Ahrensfelde geplant. Das Projekt wurde mangels Finanzen und wegen Streitereien um die Trassenführung nie verwirklicht. Die Folge: Dauerstau von Marzahn bis zur Autobahnauffahrt Hohenschönhausen (nahe Blumberg) auf der Bundesstraße (B) 158. Die Ahrensfelder Dorfstraße wird täglich von 21 000 Autos passiert, im Jahr 2015 sollen es 40 000 Kfz sein.Im Jahr 2008 rücken endlich die Bagger an, sagte am Dienstagabend Kerstin Finis-Keck vom zuständigen Brandenburger Straßenbauamt Eberswalde im Stadtplanungs- und Verkehrsausschuss des Bezirks Marzahn-Hellersdorf. Doch die Strecke (Variante 2), die von den Brandenburger Planern ausgesucht wurde, findet bei den Betroffenen in Ahrensfelde und in Marzahn-Hellersdorf wenig Gefallen. Sie soll von der Märkischen Allee über die Klandorfer Straße um Ahrensfelder Häuser herum zur B 158 geführt werden. Zu laut für die Anwohner, traditionelle Verbindungen würden gekappt, kritisieren Bürgerinitiativen. Die Ahrensfelder wollen lieber die Variante 1, eine schon zu DDR-Zeiten geplante Weiterführung der Wuhletalstraße an der Gemeinde vorbei. Entschieden hat jetzt aber das Geld: Weil der Berliner Senat bei Variante 1 mehr bezahlen müsste, lehnte er sie ab. Durchgefallen ist auch Marzahn-Hellersdorfs Favorit, eine Strecke entlang der Bahngleise nach Blumberg (Variante 3.1).Die Gemeinde Ahrensfelde und Bürger aus dem Ort wollen gegen die Variante 2 klagen. Auch Marzahner Anwohner kündigten Protest an. Und auch der Lichtenberger Verkehrsbeirat will sich beim Senat beschweren: Verkehrsströme aus Hohenschönhausen würden nicht beachtet. Das Brandenburger Straßenbauamt zeigte sich ungerührt: "Die Messen sind gesungen", sagte Finis-Keck. Die Strecke stehe fest, es gehe nur noch um Details.------------------------------Karte: Ortsumgehung Ahrensfelde. Variante 1: 6,3 km ( 4,1 km Neubau), Kosten: 26,5 Millionen Euro. Alte DDR-Planung.Von Ahrensfelde favorisiert.Variante 2: 6,0 km lang (2,6 km Neubau). Kosten: 23 Millionen Euro. Vorzugsvariante.Variante 3.1 und 3.2.: 5,9 km (3,3 km Neubau), Kosten: 22 Mio Euro. Unterschied in Trassenführung an der Bahn.Variante 4: 7,7 km (Neubau 5,4 km), Kosten: 33 Mio Euro.