Von einer Renaissance des Dreidimensionalen ist derzeit viel die Rede, aber in München wundert man sich nicht so darüber wie anderswo. Denn im Umkreis der dortigen Kunstakademie bildete sich schon seit Jahren eine regelrechte Strömung skulpturaler Objekte und Installationen heraus. Merkwürdig, dass neben all dem Gewese um die "Neue Leipziger Schule" geschichtsbeseelter Maler nicht einmal in Bayern selbst eine "Münchner Schule" ausgerufen wurde.Robert Barta wäre in diesem Kontext auf alle Fälle zu nennen. Doch Künstler mögen solche Kategorisierung nicht, und mittlerweile lebt er ohnehin in Berlin. Bei Martin Mertens hat der 31-Jährige jetzt seine erste Galerieausstellung in der Stadt. Barta pflegt, das ist unübersehbar, eine Vorliebe für das Absurde und die Verkehrung von Zusammenhängen. Einmal errichtete er im Garten eines Bungalows eine überdimensionierte Hundehütte, die in ihrer aufgeblasenen Proportion das Wohnhaus zur Klitsche degradierte. Ein anderes Mal verfremdete er Duchamps berühmtes umgedrehtes Urinoir "Fountain" und machte es zur wirklichen Fontäne: ein Pissoir, das zurückpinkelt.Diesmal hat sich Barta eine Straßenleitplanke vorgenommen. Sie ist verbogen wie nach einem echten Unfall, doch leuchtet sie in makellosem Ferrari-Rot, als habe sie mit dem Aufprall die Farbe des Autos aufgesogen. Ähnlich erging es der Jeans, die im Rahmen an der Wand hängt. Ihre Hosentaschen sind falsch herum aufgenäht und deshalb nutzlos. Der Realismus von Bartas Objekten ist vorgetäuscht, denn irgendetwas stimmt immer nicht. Nichts ist wie es scheint.Galerie Martin Mertens, noch bis 31. März, Brunnenstraße 162, Di-Sa 12-18 Uhr.------------------------------Foto: Die Hose an der Wand heißt "Never Lost Anything". Von wegen: Aus ihren Taschen geht alles verloren. Davor die röteste Leitplanke der Welt.