Bei internationalen Festivals haben die Neuköllner mehrfach Preise gewonnen - wegen ihrer pointierten und einfühlsamen Spielweise, ihrer charmanten Figuren und nicht zuletzt wegen ihres klugen Umgangs mit Musik. Vom 10. bis 21. März präsentiert das KOBALT Figurentheater im Saalbau Neukölln eine Auswahl seiner Inszenierungen für Erwachsene und Kinder. Höhepunkt der KOBALT-Woche ist die Premiere am 16. März, "Der Barbier von Sevilla". Beaumarchais "Figaro"-Trilogie prangerte Ende des 18. Jahrhunderts deutlich den moralischen Niedergang seiner Zeit an. Rossinis Musik verspottet eher die frivole Selbstherrlichkeit des Adels. Der Komponist sah vor allem die Buffo-Figuren: den verprellten Vormund, den wendigen-windigen Figaro, die kokette Rosina, die beinahe um ihre große Liebe betrogen wird, und den intriganten Basilio.Die Inszenierung mit großen Handpuppen und einer originellen, buffonesken Version von Rossinis graziös-übermütiger Musik berücksichtigt Beaumarchais volkstümlichen Humor und wartet mit karnevalistischen Übertreibungen des Jahrmarkt-Kaspertheaters und den virtuosen Spieltempi der commedia dell arte auf. Zwei Barockfagotte (Christian Walter, Adrian Rovatkay), Percussion (Hermann Naehring), Klavier (Johannes Birkhoff) und zwei Stimmen (Christiane Oertel und Stefan Stoll) vom Ensemble der Komischen Oper Berlin) und nicht zuletzt die beiden Figurenspieler (Stephan Schlafke und Silke Technau) machen diesen "Barbier von Sevilla" zu einer eigenwilligen und poetisch reizvollen Opernaufführung in der Musikstadt Berlin. Für Erwachsene und die, die es gerade werden, bietet KOBALT einen ebenso unterhaltsamen wie tiefsinnigen Exkurs über "Liebe und das ganze Theater". Ein besessener Dramaturg und sein Ensemble brauchen Auskunft - über Nähe und Abstand, Lust und Frust, Sehnsucht und Realität, über den Kreislauf der Gefühle. Die Turbulenz mit vierzig Köpfen, zwei Händen und einer Spielerin dreht sich amüsant und grotesk um die Frage: Liebe - was ist das? Von der weiten Welt des Clowns August, eine Welt der Glückseligkeit und des Lachens, erzählt "Ganz weit woanders". Doch der Sturz aus der Zirkuskuppel ist ein Sturz ins Nichts, der schließlich ins Hier und Jetzt führt. Henry Millers poetische Traumerzählung "Das Lächeln am Fuße der Leiter" ist die Vorlage für dieses Bilderspiel mit Schatten, Farben, Musik und Gesang. Sechs weitere Inszenierungen laden Kinder ab 3 bzw. 5 Jahren in den Neuköllner Saalbau ein.Den 21. März hat die UNIMA , die Union International de la Marionnette der UNESCO, zum Tag des Welt-Puppenspiels erklärt. KOBALT begeht diesen Tag mit Freunden, die ähnlich arbeiten und genauso gern mit Musik umgehen: das Ambrella Figurentheater aus Hamburg und das Dorftheater Siemitz.Der Barbier von Sevilla.Opera buffa mit Figuren nach Rossini und Beaumarchais.Regie: Dietmar Staskowiak. Spiel: Silke Technau und Stephan Schlafke. Musik: Christian Walter, Adrian Rovatkay (Barockfagott), Hermann Naehring (Percussion), Johannes Birkhoff (Klavier). Mit Christiane Oertel und Stefan Stoll (Gesang). PREMIERE am 16. März um 20 Uhr im Saalbau Neukölln. Weitere Aufführungen vom 17. bis 21. März.Liebe und das ganze Theater 12. & 13. März, 20 Uhr.ganz weit woanders 20. März, 19. 30 Uhr.Kartentelefon: (030) 68 09 37 79.www. kobalt-figurentheater. de.Foto: Mit Rat und Tat bei den Liebenden: Figaro.

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