Zu "Die Rückkehr des Soldaten" von Karin Schmidl (5. Mai):Ich bin sehr froh, dass die Bundesregierung die historische und moralische Größe aufbringt, die russischen Denkmäler in Berlin zu pflegen und zu sanieren. Schließlich handelt es sich um die letzte Ruhestätte von über 25 000 russischen Soldaten, die in der Schlacht um Berlin ihr Leben ließen. Ohne ihren Opfertod wäre Hitlers Clique noch lange nicht bereit gewesen, von der Bühne abzutreten. Sie starben, damit wir heute das 59. Friedensjahr feiern können.Völlig unerträglich aber ist die Äußerung des Herrn Hubertus Knabe. Wer kurz vor dem 59. Jahr des Sieges über die Nazibarbarei behauptet, es habe keine Befreiung, sondern nur den Beginn einer neuen Diktatur gegeben, disqualifiziert sich selbst als ernst zu nehmender Gesprächspartner und begibt sich in die deutschnationale Ecke. Schamesröte müsste ihm ins Gesicht steigen. Die Gauck-Behörde hat sich des Herrn seinerzeit galant entledigt. Ich wünschte es dem Museum in Hohenschönhausen auch. Denn solche Museumsleiter sind denkbar ungeeignet für Orte der historischen Auseinandersetzung.Sven Hüber, Berlin