Ist der wegen versuchten Totschlags festgenommene Berliner Arzt und Laser-Spezialist der Horror-Killer, der mehrere Prostituierte bestialisch umgebracht hat? Die Ermittler haben Beweise zusammengetragen, die den Hautarzt belasten. Doch der Verdächtige leugnet.Selten sind so viele Psychogramme über einen Tatverdächtigen gezeichnet worden, wie im Fall des verhafteten Arztes Dr. Stefan Sch.: Einzelkind, Musterschüler, pervers, intelligent, verklemmt, Saubermann, freundlicher Nachbar, Laser-Spezialist. Alles in einem soll er sein, der Assistenzarzt, den Kollegen im Benjamin-Franklin-Krankenhaus "Aristokrat" nennen. Vergleiche mit Hannibal Lecter - dem Monster aus dem Hollywood-Thriller "Das Schweigen der Lämmer" - kursieren. Und die Kripo ermittelt eifrig, beeilt sich, Beweise für die Vorwürfe gegen Sch. zusammenzutragen. Hat er Dana Franzke, Sabrina Graf, Agnieszka Kozicz und gar auch Monika Luther umgebracht? Wer ist die unbekannte Tote, deren Fotos die Polizei in der Schmargendorfer Appartement-Wohnung des Mediziners fand? Sch., der ehrgeizige Sproß aus Bonner Akademiker-Haus, leugnet, die Morde begangen zu haben. "Notwehr", so rechtfertigte er während der Vernehmung sein brutales Vorgehen gegenüber der 29jährigen Prostituierten Ramona S., die den Stein gegen ihn ins Rollen brachte (wir berichteten). Am 28. März hatte die Polizei den Aufenthaltsort des brutalen Freiers ermittelt - das Hermsdorfer Dominikus-Krankenhaus in Reinickendorf. Einen Tag später erging Haftbefehl.Obwohl Sch. bisher alles abstreitet, glauben die Behörden, in zwei Fällen ein "ganzes Stück weiter" zu sein. "Es hat ja nicht jeder Mörder ein Laser-Skalpell zu Hause", so ein Beamter. Nachweislich wurde die 23jährige Dana Franzke mit einem solchen Skalpell zerstückelt. Insgesamt 40 Leichenteile wurden 1994 aus dem Wasser geborgen. Fachmännisch abgetrennt. Und auch im Fall der 19jährigen Sabrina Graf deutet alles auf einen "Spezialisten" hin. Der Kopf der Prostituierten wurde in einer Mülltonne gefunden. Fünf Kilometer weiter lagen Herz, Leber und Niere der Toten. Der Rest des Körpers ist bis heute nicht aufgefunden worden. Dagegen paßt der Mord an dem Barmädchen Agnieszka Kozicz nicht in das Bild vom experimentierenden Killer-Arzt. Ihr war 1995 die Kehle durchgeschnitten worden. Der Oberkörper der 23jährigen wies etliche Messerstiche auf. Aber keine Spur von einem Skalpell. +++