Ich hatte das Gefühl, in einem riesigen Affenkäfig zu sein. Die Kinder schrien und rannten wild durcheinander. Es war furchteinflößend“, erzählt eine deutsche Lehrerin über ihre erste Begegnung mit einer japanischen Vorschule. „Die Erzieherin forderte die Kinder auf, sich hinzusetzen, einzeln, sehr sanft, kaum hörbar. Doch das hat hier gar nichts gebracht.“

Diese Szene findet sich in dem gerade erschienenen Buch „Kindheiten“. Sie zeige, wie wenig die Wirklichkeit zu dem verbreiteten Klischee passt, dass die Japaner sehr rigide bei der Kindererziehung seien, sagt die Berliner Autorin Michaela Schonhöft. Anders als viele Eltern und Erzieher in Deutschland, versuchten die Japaner nicht ständig auf ihre Kinder einzureden oder mit Konsequenzen zu drohen. Sie dächten sich einfach: Es wird schon! „Viele Kindheitsphilosophien im Pazifik, in Asien und Teilen Afrikas besagen: Kinder können vieles noch gar nicht begreifen. Sie haben ihre eigene Logik“, erklärt Schonhöft. Erst später beginne das Alter des Verstehens.

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