MITTE Das alte Haus in der Mauerstraße 15 ist jetzt unter "vorläufigen Schutz" gestellt worden. Ein Abriß des möglicherweise historischen Gebäudes ist damit im kommenden halben Jahr ausgeschlossen."Nach den ersten Untersuchungen im Haus gibt es begründete Anhaltspunkte, daß das Gebäude tatsächlich denkmalwürdig ist", sagt Mechthild Bülow, Pressesprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz. Deshalb sei die Mauerstraße 15 von den Denkmalpflegern unter "vorläufigen Schutz" gestellt worden, so daß der geplante Abriß des Gebäudes in den folgenden sechs Monaten unmöglich ist. Mit 90prozentiger Wahrscheinlichkeit werde das Haus nach Abschluß der Untersuchungen, die derzeit durchgeführt werden, auch unter Denkmalschutz gestellt, so Mechthild Bülow. Außerdem habe das Haus eine große Bedeutung für das Stadtbild.Wie berichtet, untersuchen die Denkmalpfleger des Senats derzeit die Holzbalken im Innern des Gebäudes. Daraus werden die Fälldaten der Bäume ermittelt, aus denen Rückschlüsse gezogen werden sollen, wann das Haus gebaut wurde. Es gibt Vermutungen, daß die unteren drei Geschosse mit ihren fünf Fensterachsen von 1750 stammen und das Haus später um zwei Etagen ergänzt wurde. Auch hat das Haus noch den partiellen Zuschnitt von 1688, der Gründerzeit der Friedrichstadt.Besonderheiten sind die Wendeltreppe für Dienstboten sowie die offene Galerie, die die beiden Seitenflügel miteinander verbindet. Nach einem Gutachten von 1990, das der damalige Magistrat in Auftrag gab, soll die Mauerstraße 15 das letzte Gebäude seiner Art in der Berliner Innenstadt sein. Sollte das Haus unter Denkmalschutz gestellt werden, ist das Projekt der DG Immobilien aus Frankfurt am Main auf dem Areal Mauer-, Kronen-, Friedrich- und Leipziger Straße gefährdet. Die DG Immobilien will dort für rund 70 Millionen Mark ein Diplomaten-Center errichten, für das der Abriß des Hauses Mauerstraße 15 sowie eines Hinterhauses in der Kronenstraße notwendig ist. +++