Wenn Frank Henke morgens beim Frühstück den Verkehrsfunk hört, bekommt das Koordinatensystem seines Arbeitstages die erste Markierung über der Zeitachse. Dabei hört Henke nicht einmal genau zu. Sein Unterbewusstsein scannt die Nachrichten nach den Orten Mollstraße, Landsberger Allee und Rosenthaler Platz. Das sind die Alarmcodes, die seine nächsten Stunden verändern könnten. Henke lässt sich nicht gern von einem Stau überraschen. Denn Überraschungen hat er schon genug. Er weiß ja nicht, dass sich in der Marienstraße vor zwei Tagen ein Mann entschloss, seinen Balkon neu zu bepflanzen, und beim Haargummiversand am Ende der Straße kürzlich besonders viele Bestellungen eintrafen. Aber Henke wird es erfahren.

Etwa eine Stunde später, es ist kurz nach sieben, wählt sich am Marzahner Pyramidenring Frank Henkes Handscanner in das WLAN-Netz der Paketzustellbasis 1501 der DHL ein. Es ist Dienstbeginn für den 49-jährigen Paketzusteller der Zustellbasis „Berlin Zentrum“. Schon am frühen Morgen haben Siebeneinhalb-Tonner die Poststation im Osten der Stadt mit Paketen aus dem DHL-Frachtzentrum in Rüdersdorf gefüttert. Seitdem werden die Sendungen hier automatisch nach Straßen sortiert. Transportbänder leiten die Päckchen und Pakete auf einzelne Rampen, hinter denen Transporter mit geöffneter Hecktür parken.

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