BIETIGHEIM-BISSINGEN, 7. Juni. Der US-Konzern Armstrong World Industries mit Sitz in Lancaster will 620 Millionen Mark in die Übernahme des größten deutschen Bodenbelagsherstellers Deutsche Linoleum-Werke (DLW) investieren. Armstrong will mindestens 75 Prozent der Aktien für 495 Millionen Mark erwerben und 125 Millionen Mark Schulden der DLW AG übernehmen. DLW-Vorstandsmitglied Wilhelm Steffl sagte, Armstrong werde das offizielle Angebot in drei bis vier Wochen vorlegen, so daß der Vorgang im August abgeschlossen werden könne.Zwei der wichtigsten DLW-Aktionäre, die Allianz Holding AG und die Baden-Württembergische Bank AG, haben bereits zugesagt, ihre insgesamt 23,36 Prozent DLW-Anteile an Armstrong zu verkaufen. Die DLW-Aktie notierte am Freitag in Frankfurt am Main mit 316,50 Mark.Der Armstrong-Chef George A. Lorch sagte, die Übernahme gebe Armstrong die nötige Größe für eine führende Stellung im weltweiten Bodenbelagsmarkt. Armstrong erwarte Größenvorteile und eine höhere Rentabilität. Der DLW-Chef Bernd Pelz sagte, die Fusion biete den DLW-Aktionären einen ausgezeichneten Wert und schaffe eine starke Basis für künftiges Wachstum.Im Ausland bislang zu schwachVorstandsmitglied Steffl sagte, DLW sei im internationalen Geschäft zu schwach. Etwa die Hälfte des Bodenbelagsumsatzes werde immer noch im Inland erzielt. "Wir möchten mehr im Ausland machen. Das können wir nicht alleine aus eigener Kraft bewerkstelligen." Die beiden Unternehmen seien komplementär. Während DLW vor allem in Europa tätig sei und vorwiegend Büro- und Nutzgebäude ausstatte, habe Armstrong seinen Schwerpunkt in den USA und sei im Wohnbereich stark. In Europa setze Armstrong etwa 260 Millionen Mark um.Der Traditionsname DLW solle erhalten bleiben, sagte Steffl. Die AG solle zunächst weitergeführt werden, denn aus der Sanierungsphase gebe es einen steuerlichen Verlustvortrag, mit dem nun anfallende Gewinne verrechnet werden könnten. Bietigheim-Bissingen solle zur Europazentrale für Armstrong ausgebaut werden.